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Kleine Lösung für Fürths neues Stadion

SpVgg bleibt vorsichtig und legt sich auf zunächst 20.000 Plätze fest — Keine Angst vor Protesten - 26.06.2012 22:00 Uhr

Noch liegt der Stadt kein Bauantrag vor, noch gibt es keine Skizzen, keine Entwürfe, kein Modell vom neuen Traum vieler Fürther Fußballfans. Ein reinrassiges Fußballstadion hat ihnen Privatinvestor Thomas Sommer angekündigt, eng und steil, „so wie Manchester, nur ein bisschen kleiner“. 35 Millionen Euro will Sommer ausgeben, ab 2014 sollen Heimspiele der SpVgg dann im Gewerbepark Süd an der Johann-Zumpe-Straße direkt am Main-Donau-Kanal stattfinden. Jetzt aber müssen erst einmal Architekten ran. Ende Juli soll das Großprojekt ausgeschrieben werden, sagt SpVgg-Vizepräsident Holger Schwiewagner, der auch der Geschäftsführung der vereinseigenen Fußball-GmbH angehört.

Mittlerweile haben sich die Verantwortlichen auf einige Parameter verständigt. Vom Tisch sind laut Schwiewagner etwa Erwägungen, das Stadion von vornherein so zu konzipieren, dass ein Ausbau auf 28000 Plätze möglich gewesen wäre. Denn trotz der gegenwärtigen Aufstiegseuphorie und der „enormen“ Nachfrage nach Dauerkarten (Verkaufsstart: 14. Juli) sei es sinnvoll, den Ball flach zu halten: „Man darf nicht den Fehler machen und sich von der aktuellen Situation blenden lassen.“

Vorgabe für die Architekten wird sein, ein Stadion für 20000 Fans zu entwerfen, das sich aber um weitere 5000 Plätze erweitern lässt. Und das nicht über einen schon einmal angedachten zweiten Rang, sondern über die Ecken. Schwiewagner: „Wir wünschen uns ein Rechteck, kein Oval.“ Und das bedeute: Vier einzelne Tribünen, die Zwischenräume würden mit Stellwänden geschlossen, bei Bedarf würde über diese Ecken „nachgerüstet“. Den Vorteil gegenüber einem Oval sieht Schwiewagner darin, dass die Eckplätze nicht weiter weg wären vom Spielgeschehen als andere.

Offene Kita bei Heimspielen

Die Kindertagesstätte, die im Stadiongebäude geplant ist und in der Beschäftigte umliegender Firmen ihren Nachwuchs anmelden könnten, soll bei Heimspielen Fans offenstehen. Und zwar ausdrücklich allen Fans, wie Schwiewagner versichert. Wie berichtet, steht etwa das Piraten-Nest des FC St. Pauli nur Anhängern zur Verfügung, deren Kinder dort angemeldet sind. Noch ist unklar, ob ein reiner Kindergarten Einzug halten soll, eine Krippe oder beides. Ebenfalls fraglich ist, wer der Betreiber sein könnte. Der Verein klärt den Bedarf derzeit mit der Stadt.

Eindeutige Vorstellungen hingegen hat Schwiewagner davon, woher die Kinder ein Mittagessen bekämen: aus einer Gaststätte im Stadion. Eine Mischung aus Speise- und Vereinslokal schwebt den Verantwortlichen der SpVgg hier vor. Schwiewagner spricht von einem „zweigleisigen Nutzungskonzept“ und meint: Während der Woche könnten die im Gewerbegebiet Beschäftigten dort essen, bei Fußballspielen müsste das Lokal „schnell Essen und Getränke rausbringen“. Einen Pächter habe man jedoch noch nicht im Blick.

Alle Zukunftspläne hängen davon ab, ob das Projekt Stadion die bürokratischen Hürden nimmt. Wie berichtet, müssen Ausgleichsflächen für den geschützten Kiebitz geschaffen werden, der sich auf dem Gelände angesiedelt hat. Außerdem befürchten Bürger aus dem Nürnberger Westen Belästigungen durch erhöhtes Verkehrsaufkommen. Sie wollen bei der Regierung von Mittelfranken gegen das Vorhaben protestieren. Dass das Bauvorhaben dadurch zu Fall gebracht werden könnte, halten Dietmar Most, Leiter des Fürther Stadtplanungsamts, und Rechts- und Ordnungsreferent Christoph Maier für unwahrscheinlich. Most erklärt, dass eine Sportstätte im Gewerbegebiet grundsätzlich erlaubt ist. Im Rahmen eines normalen Baugenehmigungsverfahrens müsse man, meint auch Maier, „Einwände ordentlich bearbeiten und Probleme lösen, dann klappt das auch“.

VON BIRGIT HEIDINGSFELDER

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