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Mittwoch, 22.05.2019

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Kleiner Dank für gelungene Renovierungen

Die Stadt Fürth prämiert auch heuer private Bemühungen um historische Bausubstanz - 02.12.2009

Dem Verfall entrissen wurde das ehemalige Pflasterzollhäuschen mit seinem Pagodendach an der Billinganlage. Im Hintergrund rechts die Ammsche Wirtschaft. © Mark Johnston


Die Entscheidung über die Vergabe wurde bis jetzt zurückgestellt, um eine gerechte und angemessene Verteilung zu ermöglichen. Letzte Änderungen wurden selbst bei der Entscheidung im Bauausschuss noch vorgenommen.

Mehr als eine Anerkennung können die Beträge angesichts der enormen Investitionen freilich nicht sein. Dennoch hofft die Stadt auf die Signalwirkung ihrer Geste auf weitere renovierungswillige Hauseigentümer.

Ausgezeichnet werden heuer die Sanierungen der Meierei des Burgfarrnbacher Schlosses, des Zollhäuschens an der Billinganlage, der benachbarten Ammschen Wirtschaft, der Amalienstraße 10, der Waldschänke «Felsenkeller», der Forsthausstraße 40 und der Nürnberger Straße 10. Teuerstes Projekt war die Sanierung der Meierei aus dem Jahre 1816. 250 000 Euro hat der Bauherr in den klassizistischen Quaderbau an der Farrnbachbrücke investiert. Mit 4000 Euro bedankt sich die Stadt für das Herausputzen des exponierten Baudenkmals.

Finanzieller Kraftakt

Eine Menge Geld musste auch in die Sanierung der Sandsteinfassade des 116 Jahre alten Mietshauses Amalienstraße 10 gesteckt werden. In vorbildlicher Weise wurde dabei die absturzgefährdete Balkonanlage aus Eisen fachgerecht renoviert. Die Kosten in Höhe von 63 000 Euro stellen für den Hauseigentümer eine große finanzielle Belastung dar. Deshalb gewährt die Stadt 3500 Euro Prämie. 2000 Euro gibt es für die Renovierung der holzverkleideten Fachwerkfassade des Ausflugslokals «Felsenkeller» im Stadtwald. Das Aufmöbeln der ehemaligen Hopfenscheune aus der Zeit um 1860 hatte rund 60 000 Euro gekostet.

Ein Zeichen will die Stadt mit der Zuwendung in Höhe von 1500 Euro für die denkmalgerechte Fenstererneuerung in der Nürnberger Straße 10 setzen. Das 180 Jahre alte Gebäude verfügt über Einscheibenfenster, die über neue Holzfensterelemente ersetzt werden sollen. Hier scheuen viele Hauseigentümer die hohen Investitionen für Maßanfertigungen und greifen lieber zu billiger Massenware. Allerdings tragen gerade Fenster zum Charakter eines Altbaus bei.

Immerhin 15 000 Euro hat sich der Bauträger die Renovierung eines fernöstlich anmutenden Torbogens mit schmiedeeisernem Tor aus dem Jahre 1911 in der Forsthausstraße 40 Kosten lassen. Das Portal wurde stabilisiert, entrostet und neu lackiert. Ein Aufwand, für den sich die Stadt mit 1000 Euro bedankt.

Von herausragender Bedeutung für das Stadtbild ist die Renovierung des ehemaligen Pflasterzollhäuschens an der Billinganlage. Der wie die Stadtgartenvilla im Stadtpark von Stadtbaurat Otto Holzer entworfene Bau drohte zu verfallen. Als Retter in der Not trat eine Espressofirma auf den Plan. Die Sanierung rundet die Generalsanierung der Billinganlage ab. Im Blickfeld der Passanten liegt hier auch die Ammsche Wirtschaft, deren markante Fassade ebenfalls herausgeputzt worden ist. Statt einer unverbindlichen Belobigung gibt es nach dem Willen des Bauausschusses eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 500 Euro. VOLKER DITTMAR 

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