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Sonntag, 15.09.2019

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Klingender Ruhestand mit Bass, Gitarre und Klavier

Vom Gymnasium Oberasbach hat sich Schulleiter Heinz Beiersdorfer verabschiedet - 25.07.2019 16:00 Uhr

An Gesprächsstoff mangelte es nicht (v. re.): Oberasbachs scheidender Schulleiter Heinz Beiersdorfer mit seinem Nachfoger Uwe Laux und Landrat Matthias Dießl. © Thomas Scherer


Der Schulleiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums geht in den Ruhestand und der Hintergrund der musikalisch inspirierten Worte  ist schnell erklärt: Beiersdorfer ist begeisterter Bassist, der in Musikerkreisen bekannt ist für sein virtuoses Können. Nach zwölf Jahren am größten Gymnasium im Landkreis übergibt er nun die Schulleitung an Uwe Laux, der bis dato am Hardenberg-Gymnasium in Fürth Studiendirektor war und gleichzeitig dem Elternbeirat des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums vorstand.

Beiersdorfer ist inzwischen dienstältester Schulleiter im Landkreis und blickt auf über 40 Jahre als Lehrer zurück. Der geborene Zirndorfer besuchte zunächst die Grundschule in der Mühlstraße, bevor er ans Hardenberg-Gymnasium nach Fürth wechselte.

Bereits damals spielte er Bass und eckte Anfang der siebziger Jahre des Öfteren bei den Schuloberen an. Unkonventionell gekleidet und mit langen Haaren passte er so gar nicht ins sittenstrenge Bild eines Oberprimaners. Nichtsdestotrotz legte er ein sehr gutes Abitur hin und überzeugte in den beiden Hauptfächern Englisch und Französisch mit einer glatten Eins.

Wen wundert da der Berufswunsch Lehrer mit dem Schwerpunkt Sprachen? Das fragte Dietmar Jungkunz, Oberstudiendirektor und Schulleiter des Hardenberg-Gymnasiums, bei seiner Laudatio in der mit über 400 Ehrengästen, Lehrern und ehemaligen Weggefährten voll besetzten Aula an der Albrecht-Dürer-Straße in Oberasbach.

Häufig fielen in den elf Abschiedsreden die Worte "Teamfähigkeit" und "Transparenz". Denn Heinz Beiersdorfer war nach übereinstimmender Meinung ein jederzeit zugänglicher Schulleiter und Kollege. Immer sei er Ansprechpartner für sämtliche Belange der Schulfamilie gewesen. Besondere Berühmtheit erlangte die große Dose mit Süßigkeiten für Beiersdorfers Gäste – vom kleinen Fünftklässler bis zum Staatssekretär aus dem Kultusministerium – auf dem großen Konferenztisch im Schulleiterzimmer.

Getreu dem Songtext seiner Lieblingsband Metallica, "Life is ours, we live it our way and nothing else matters", verfolgte Beiersdorfer seinen eigenen, von Verständnis für die Mitmenschen geprägten Führungsstil. Wichtig war ihm, das einstmals größte Gymnasium Bayerns mit neuesten Lehr- und Lernmitteln auszustatten. Nach Jahren mit schwächeren Schülerzahlen blickt das Gymnasium inzwischen wieder auf über 200 Neuanmeldungen für das kommende Schuljahr. Und mittlerweile ist nahezu jedes Klassenzimmer mit Internet und einer digitalen Tafel, dem Smartboard, ausgestattet.

Zu Hause in Altdorf warten im "Unruhestand" viele Musikinstrumente – Beiersdorfer spielt neben Bass auch Gitarre und Klavier – sowie jede Menge neuer Herausforderungen auf den Schulleiter a. D.. Denn als Spross des ersten und zeitweise größten Radio- und Fernsehhändlers im Fürther Landkreis repariert der angehende Pensionär sämtliche elektrische Gerätschaften rund um die Musik voll Liebe und Leidenschaft eigenhändig. 

Thomas Scherer

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