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Freitag, 07.08.2020

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Klosterhof-Spiele: Auch kein Alternativprogramm im Sommer

Die Premieren müssen auf 2021 warten - Womöglich gibt es ein Winterstück - 10.06.2020 16:00 Uhr

Vergangenes Jahr brachte die Kindergruppe der Klosterhofspiele in Langenzenn Aschenputtel auf die Bühne – diese Saison fällt jedoch wegen der Pandemie flach.

© Foto: Hans-Joachim Winckler


Ob das Storchenpaar, das zuverlässig auf dem Dach über dem Kreuzgang seinen klappernden Nachwuchs aufzieht, das Lachen und Klatschen der Zuschauer drunten im Hof vermisst? Wohl kaum, umso mehr bedauern die Mitwirkenden der Klosterhofspiele, dass in diesem Jahr ungewohnte Ruhe im Zentrum des gotischen Gemäuers herrscht.

Anfang Mai kam das offizielle Aus für die Saison 2020. "Wir haben ganz am Anfang gehofft, das flutscht vielleicht doch noch vorbei und hatten einen Restzipfel Hoffnung, aber dann war klar, wir müssen unsere Aufführungen absagen", sagt Sonja Soydan. Sie gehört zum gleichberechtigten Vierer-Vorstands-Team der Klosterhofspiele mit Sandra Fritsch, Sabine Hiemer und Christine Huber.

Wenige Tage vor der ausgefallenen Premiere, die eigentlich am Freitag mit "Arsen und Spitzenhäubchen" auf dem Spielplan gestanden hätte, diskutierten die Verantwortlichen per Videokonferenz jetzt noch einmal über die Chancen, im August eventuell mit einem abgespeckten Programm und wegen des nötigen Abstands vor weniger Zuschauern aufzutreten. Soydan: "Wir haben wirklich mit dem Gedanken gespielt und unsere Möglichkeiten in alle Richtungen abgeklopft . . ." Das Ergebnis? Ernüchternd.

"Es ist für uns in der Kürze der Zeit einfach nicht zu schaffen", bedauert das Vorstandsmitglied. Da wären nicht nur eine ganze Reihe von Genehmigungen einzuholen gewesen, sondern selbstverständlich hätten auch Auflagen wie die erforderlichen Hygienevorschriften umgesetzt werden müssen. "Wir stemmen die Klosterhofspiele ja komplett mit Ehrenamtlichen, für die das Theaterspielen ein wunderbares Hobby ist. Und auch deshalb ist mit einem so knappen zeitlichen Vorlauf ein Alternativprogramm in diesem Sommer leider nicht möglich."

Vielleicht klappt es mit einem Winterstück

Nichtsdestotrotz gehen Ideen und Planungen schon zu den nächsten denkbaren Gelegenheiten. Sonja Soydan ist vorsichtig, hofft aber, "wenn die Pandemie sich rückläufig entwickelt und die Zahlen der Infizierten weiter deutlich sinken, dann könnte es durchaus ein Winterstück geben". Mit einer Entscheidung will man sich aber mindestens bis August Zeit lassen.

Zum Verein gehören rund 150 Mitglieder, die zwischen fünf und über 80 Jahre alt sind. Gespielt wird in drei Abteilungen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene. "Ich kann mir im Moment gut vorstellen, dass jede unserer Sparten – vorausgesetzt alles läuft gut – etwas vorbereitet. Oder dass es eine Kombination von allen dreien gibt."

Begonnen hatte dieses Jahr so wie jedes für die Klosterhofer – mit zahlreichen Proben. Die Erwachsenen bereiteten sich mit Regisseurin Sue Rose auf die Komödie "Arsen und Spitzenhäubchen" vor, die Cineasten möglicherweise mit Cary Grant in Erinnerung haben. Und, richtig, auch im Klosterhof wäre wie im Film von anno 1944 ein tapferer Mime mit der Aushebung des Panama-Kanals betraut gewesen. Für die Klostermäuse, das Kindertheater der Klosterhofer, hätte sich "Die kleine Hexe" nach Ottfried Preußler für die Walpurgisnacht auf ihren Besen geschwungen. Mit der Schließung der Schulen im März kam jedoch der Probenstopp für alle.

Darsteller dürfen Rollen behalten

"Glücklicherweise haben wir uns zu diesem Zeitpunkt bereits um die Aufführungsrechte für die beiden Stücke im kommenden Jahr gekümmert", sagt Soydan. Mittlerweile steht fest, dass sowohl "Arsen und Spitzenhäubchen" als auch "Die kleine Hexe" 2021 im Klosterhof Premiere feiern sollen.

Die großen und kleinen Darsteller, die in diesem Jahr nicht zum Zug kamen, können sich bis September entscheiden, ob sie ihre Rolle trotz der Verzögerung spielen möchten. "Viele haben schon signalisiert, dass sie dabei sein werden", freut sich Soydan. Regisseurin Sue Rose wird auch 2021 im Einsatz sein.

Untätig sind die Klosterhofer freilich nicht. "Das Bühnenbild, das Sue Rose in Abstimmung mit Michael Zintl entworfen hat, ist so weit wie möglich gebaut worden", zählt Soydan auf, "und Werner Pohl hat die Truhe, die bei ,Arsen und Spitzenhäubchen‘ eine entscheidende Rolle übernimmt, fertiggestellt."

Gearbeitet wird nach Corona-Regeln

Gearbeitet wird nach Corona-Regeln: "Immer nur ein oder zwei Leute, mit Abstand und Mundschutz." Die ungewollt spielfreie Zeit nutzten zum Beispiel auch Claudia Lindenmeier und Sonja Soydan: Sie räumten die Requisite und das Archiv auf.

Alles bereit also. Bleibt ein großer Wunsch, sagt Sonja Soydan: "Wir alle hoffen jetzt auf 2021, damit wir endlich wieder normales Theater spielen können, auf, unter, hinter und vor der Bühne."

Sabine Rempe

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