Kommune plant weitere Einschnitte

31.10.2010, 22:00 Uhr
Auch das Spielmobil, unter anderem beteiligt an Ferienaktionen wie dem Circus Mumm auf der Hardhöhe, steht für die Stadtspitze zur Disposition.

Auch das Spielmobil, unter anderem beteiligt an Ferienaktionen wie dem Circus Mumm auf der Hardhöhe, steht für die Stadtspitze zur Disposition. © Hans-Joachim Winckler

In der großen Personalversammlung am vergangenen Dienstag hatte Oberbürgermeister Thomas Jung die Beschäftigten bereits mit seinen Überlegungen konfrontiert – und neben einigem Verständnis auch manches Kopfschütteln ausgelöst. Nach Informationen unserer Zeitung wird dem Stadtrat unter anderem Folgendes vorgeschlagen:

Erhebliche Einschnitte sind auf der Behördenebene geplant. So soll das Bauverwaltungsamt abgeschafft werden, zwei der bisherigen Stellen würden entfallen. Die Aufgaben, darunter etwa die Abrechnung von Straßenbauarbeiten, werden auf andere Behörden des Baureferats verteilt.

 Im Bürgeramt und im Katastrophenschutz kann laut Sparliste je eine Stelle wegfallen, weil – so die Begründung – nach der derzeit erwogenen Aussetzung der Wehrpflicht weniger Arbeit zu erledigen ist. Weg fiele dann auch der Beratungsbedarf für Wehr- und Zivildienstleistende durch das Sozialamt – ergibt eine weitere halbe Stelle.

 Eine halbe Stelle könnte in der Bürgerinformation geopfert werden, weil immer mehr Anfragen per E-Mail eingehen.

 Gleich fünf Stellen wären im Hochbauamt fällig. Die schlichte Begründung: Die meisten Schulen sind inzwischen saniert, das Investitionsvolumen der Stadt wird 2011 von 30 auf 20 Millionen gesenkt – also fällt auch deutlich weniger Arbeit für die Planer an.

 Eine halbe Stelle steht im Kulturamt zur Disposition, eine Stelle im Ordnungsamt; gestrichen werden könnte auch die Position des Buchbinders im Organisationsamt, der städtischen Dokumenten eine ordentliche Form gibt. Das soll künftig die Volksbücherei übernehmen.

 Erheblichen Gegenwind dürfte der Plan provozieren, das Spielmobil auslaufen zu lassen. Denn der Lkw, der seit drei Jahrzehnten mit seinem bunten Angebot durch Fürth tourt und Kindern Kurzweil fern von PC und Playstation bietet, hat viele Fans.

Ebenso wie im Fall der Kunstgalerie  hat Oberbürgermeister Thomas Jung Verständnis für Widerstände – doch er blieb gestern auf FN-Anfrage bei seiner Haltung: Er lasse mit sich über einzelne Maßnahmen diskutieren, nicht aber über die Sparsumme, die sich unter dem Strich auf insgesamt 20 Millionen Euro belaufen soll.

Will heißen: Wer Galerie oder Spielmobil erhalten möchte, muss alternative Einsparvorschläge machen. Entschieden tritt Jung Spekulationen entgegen, bei der Feuerwehr würden Stellen gestrichen. Geplant sei lediglich, die Brandschützer künftig die Feuerschau übernehmen zu lassen, die bis dato das Bauordnungsamt erledigt.

Auch an Gerüchten über die Schließung von ganzen Kindertagesstätten sei nichts dran, regelrecht entsetzt zeigt sich der OB darüber. Lediglich zweieinhalb Stellen wolle man in diesem Bereich opfern und drei Gruppen in verschiedenen Kindergärten schließen – mangels Bedarf, wie Jung sagt.