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Freitag, 25.09.2020

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Königliche Pferde: Nicht nur die Queen liebt Fell-Ponys

Wenig bekannte Rasse: Eine Fürther Familie stellt ihr Pferd Topper vor - 10.08.2020 11:00 Uhr

Der Wallach Topper – sein ursprünglicher Name ist deutlich komplizierter – ist ein seltenes Fell-Pony. Von ihnen gibt es weltweit nur 4000. Susanne Reinhardt präsentiert das Tier ihrer Tochter Paula Luff stolz vor unserer Kamera.

© Foto: Isabel Pogner


Sie sind fleißig, robust, klug, lieb – und trotzdem gibt es nur circa 4000 Tiere weltweit. Paula Luff besitzt seit sieben Jahren eines davon: Den Wallach "Inglegarth Hi-Hat". Das bedeutet auf Deutsch etwa so viel wie "Zylinder aus Ingelthen". Luff nennt ihn schlicht "Topper".

Bewusst entschieden habe sie sich nicht für diese Rasse, sagt die gebürtige Fürtherin: "Ich kam zu Topper wie die Jungfrau zum Kinde." Eigentlich habe ihre Mutter ein Fell-Pony gesucht. Zusammen fuhren sie zu einer Händlerin, die zwei der Tiere anbot. "Und dann haben wir sie beide gekauft, weil die beiden einfach so lieb waren."

Im Regen auf der Koppel

Mit der Zeit konnte sich auch die Tochter immer mehr für die Rasse begeistern. Irgendwann fuhr die Familie sogar zu Toppers Züchtern nach Nordengland. In dem kleinen Dorf Ingelthen habe es durchgehend geregnet. Auf einer großen Koppel, umringt von Steinmauern, standen die Zuchtstuten. "Die eine war beleidigt, weil die Züchterin so lange nicht mehr da war", erzählt Paula Luff. Fell-Ponys seien eben sehr empfindsame Pferde. Das mache sich auch bei Topper bemerkbar: Er marschiert auf der Koppel schnurstracks auf Menschen zu, lässt sich kraulen und würde auch liebend gerne mit jedem mitkommen.

Trotz des sanften Gemüts sind diese Pferde kräftige und ausdauernde Tiere. Fell-Pony-Expertin Luff erklärt: "In ihrer Heimat gibt es milde Sommer, kalte Winter, viele Berge und wenig Futter. Daran mussten sie sich anpassen."

Mit ihrer Haarpracht hat der Name der Rasse übrigens nichts zu tun: Die unwirtliche Region in Cumbria im Norden Englands, von der die Tiere stammen, ziert eine Hügelkette, genannt "Fells".

Früher wurden die Ponys wegen ihrer Eigenschaften vielfältig eingesetzt: In Bergwerken, vom Militär, sogar Schmuggler nutzten die Kleinpferde als Transportmittel, "weil sie pechschwarz sind und man sie nachts kaum sehen kann". Heutzutage werden die Ponys zum Spaß gezüchtet.

Besonders einer Pferdenärrin haben es die schwarzen Zwerge angetan: Queen Elizabeth II. ist Fell-Pony-Fan und Patronin der englischen Fell-Pony-Society.

"Als ich gesehen habe, dass die Queen ein Fell-Pony reitet, fand ich das natürlich super cool", sagt Luff. Königinnen vermute man eher auf großen, prachtvollen Vollblütern, nicht auf kleinen, dicken Ponys. Luff findet: "Das macht die Queen doch sehr sympathisch."

ISABEL POGNER

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