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Dienstag, 07.04.2020

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Konkurrenz für Fürth: Das Forum Stein erfindet sich neu

Nach turbulenten Zeiten soll das Einkaufszentrum aufgemöbelt werden - 25.02.2020 06:00 Uhr

Mehr Leben soll ins Forum. Damit die Kunden kommen, krempelt das Center-Management das Konzept des Einkaufscenters um. © Berny Meyer


2015 feierte nicht nur das Steiner Forum die Eröffnung, sondern auch Fürths Neue Mitte. Zwar musste der Einkaufsschwerpunkt in der Kleeblattstadt seitdem einige Mieterwechsel verkraften, dass er der City grundsätzlich guttut, bezweifelt aber kaum jemand. Dort sind heute deutlich mehr Menschen unterwegs als vor fünf Jahren.

Das Steiner Einkaufszentrum indes hat seit dem Start turbulente Zeiten durchgemacht: Die Besucherzahlen blieben hinter den Erwartungen zurück, einige Mieter – wie der Textilhändler AWG und das China-Restaurant Asia Palast – meldeten Konkurs an. Die großen Freiflächen, die durch den Rückzug entstanden, konnten leicht den Eindruck vermitteln, es gehe nichts voran.

Sorgen machten sich deshalb auch Steins Stadträte. "Es gibt immer weniger Gründe, ins Forum zu gehen", hatte FDP-Stadträtin Agnes Meier im Sommer 2019 den FN gesagt. Dietmar Oeder (Grüne) hoffte damals auf "günstigere Mietpreise und Verträge ohne lange Bindungsfrist", um eine positive Entwicklung in Gang zu setzen. Auch Gabriele Stanin (FW) rief nach einem Wandel, und Norbert Stark, Fraktionschef der CSU im Steiner Stadtrat, pflichtete bei: "Das Management ist umso mehr gefordert, die Attraktivität zu steigern."

Neue Lounge-Atmosphäre

Das soll jetzt passieren. Center-Manager Michael Schüller und seine Kollegin Uta Hohmann basteln hinter den Kulissen an der Zukunft: "Transformation 20-22" heißt das Programm, mit dem das Forum in den nächsten zwei Jahren auf Erfolgskurs gebracht werden soll. Den Leerständen kann Schüller sogar Positives abgewinnen: "Weil es dann leichter fällt, etwas umzubauen."

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Von Lebensmitteln über Elektronik und Sportbedarf bis zu Mode und Dekoartikeln: Im neu eröffneten "Forum" in Stein können die Menschen aus einem breiten Mix wählen. Auch auf kulinarischem Gebiet ist vom Döner über die Pizza oder Leberkässemmel bis zum Eisbecher viel geboten.


Und Umbauten wird es geben. Das Forum soll gemütlicher werden und künftig einen größeren Schwerpunkt auf Produkte des täglichen Bedarfs setzen. Lounge-Möbel sollen Wohnzimmer-Atmosphäre erzeugen, eine große Kinderspielinsel und ein Eltern-Kind-Raum die Familienfreundlichkeit verbessern. Vor dem Forum ist eine Ladestation für E-Bikes vorgesehen, während der große Platz verstärkt für Veranstaltungen in den Fokus rückt.

Diese Ideen haben Schüller und Hohmann nicht aus der Luft gegriffen – sie sind Ergebnis einer zweijährigen Studie, die ein P-Seminar des Steiner Gymnasiums erstellt hat. Bei den Kundenbefragungen der Schüler kam klar heraus, was sich die Steiner wünschen: entspanntes Einkaufen für den täglichen Bedarf. Statt großer Ketten also lieber Schlüsseldienste, Schneidereien und Schuhläden. "Ich kann mir auch Ärzte, Rechtsanwälte oder eine Tanzschule vorstellen", sagt Schüller.

Keine Fastfood-Kette im Anflug

Nur das gerade von jungen Besuchern erhoffte Fast-Food-Restaurant wird es wohl nicht geben. "Die nehmen fast nur noch Standorte mit Drive-In-Möglichkeit", weiß Schüller, der zumindest anpeilt, das Angebot an Geschäften mit junger Mode auszubauen. Dafür brauchen die Manager ein gutes Händchen. Den Verantwortlichen der Neuen Mitte etwa ist es gelungen, nachdem Läden wie Mango oder Desigual, die schließen mussten, weil sie von den Fürthern kaum angenommen wurden, Frequenzbringer wie Hugendubel oder Snipes an Land zu ziehen.

Die Forum-Macher kündigen derweil an, verstärkt mit den Geschäften in der Hauptstraße zu kooperieren. Schüller: "Das Forum soll ein echter Treffpunkt für Stein werden, der sich auch nach außen öffnet." Für dieses Ziel nimmt der Eigentümer, der "Volkswohlbund Versicherungen", viel Geld in die Hand: Ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag soll in den nächsten zwei Jahren nicht nur in den Umbau fließen, sondern auch in öffentlichkeitswirksame Festivitäten: Die Zahl der Veranstaltungen werde sich von etwa zwölf pro Jahr auf 25 verdoppeln. "Und jede erhält ein dreimal so großes Budget wie bisher", versprechen die Manager. Ostern, Weihnachten, aber auch die Einschulung sollen zu Events werden, die Besucher aus dem Landkreis nach Stein locken.

Die Offensive kommt keinen Tag zu früh, denn die Konkurrenz schläft nicht. In Fürth wird Ende 2021 das City-Center nach einem aufwendigen Umbau unter dem Namen "Flair" wiedereröffnen: Und im "zukünftigen Wohnzimmer der Stadt Fürth", so der Werbeslogan des Betreibers P & P sollen natürlich auch Landkreisbewohner Platz nehmen.

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pet/bd/ja

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