17°

Mittwoch, 19.06.2019

|

zum Thema

Kontrollen in Fürths Bussen abschaffen? Das sagt die Infra

Chef Marcus Steurer zeigt sich mit der gegenwärtigen Regelung zufrieden - 20.05.2019 06:00 Uhr

Seit August 2007 müssen in Fürth Fahrgäste stets vorne in den Bus einsteigen und dem Fahrer ihr Ticket zeigen – bereits 2008 regte sich Protest. Zuvor galt diese Vorschrift nur in den Abendstunden. © Foto: Ralf Rödel


Die örtliche Vertretung des Verkehrsclubs Deutschland hat die Abschaffung der "lästigen und zeitraubenden" Fahrscheinkontrollen in Bussen gefordert. Wie berichtet, stört sich der VCD an der Regelung, wonach Fahrgäste seit 2007 vorne in den Bus einsteigen und dem Fahrer ihr Ticket zeigen sollen. Begründung: "Wir können doch nicht auf der einen Seite viel Geld in die Hand nehmen, um die Busse durch Busspuren und Ampelvorrangschaltungen zu beschleunigen, um dann im Gegenzug den Zeitvorteil durch den kontrollierten Tür-1-Einstieg wieder zunichte zu machen."

Infra-Chef Marcus Steurer entgegnete nun, Hauptursache für Busverspätungen sei eine "noch nicht optimale Infrastruktur" für den Öffentlichen Personennahverkehr. Doch werde sich das ändern, denn: "Die Stadt arbeitet dran."

Bilderstrecke zum Thema

Mobil in der Region: Wie, wann und wie oft wir unterwegs sind

Wir sind immer unterwegs: Ins Büro, zum Einkaufen, abends in Richtung Kino... Mal steigen wir dafür ins Auto, mal bringt uns die Straßenbahn schneller ans Ziel. Für diese Bilderstrecke haben wir tief im Zahlen-Archiv der Stadt, des VGN oder beim Landesamt für Statistik gegraben - und interessante Zusammenhänge gefunden.


Die vom VCD kritisierten Sicht-Kontrollen, bei denen der Fahrer einen Blick auf das Ticket wirft, hält Steurer nicht für das Problem. Die Einbahnsituation, die durch den Einstieg vorne und den Ausstieg hinten entsteht, sorge für "Durchfluss im Bus", sagt er. "Das funktioniert ganz gut." Deshalb sei er mit der Lösung seit 2007 "sehr zufrieden".


Fürther Verkehrsclub will Fahrscheinkontrollen im Bus abschaffen


Im Übrigen entstünden Verzögerungen beim Vorzeigen der Fahrscheine vor allem dann, wenn die Leute diese im Bus erst umständlich aus ihren Taschen kramen. "Der Kunde muss seinen Fahrschein halt bereithalten."

Beim VCD vertritt man die Ansicht, dass weniger Zeit verloren ginge, wenn Fahrgäste an jeder Tür einsteigen dürften. Mit dieser Argumentation plädieren die Kritiker für eine Rückkehr zu Schwerpunktkontrollen.

Sowohl infra als auch VAG haben angekündigt, sich mit der VCD-Forderung auseinanderzusetzen und zu prüfen, ob die Kontrollregelung neu zu bewerten ist. "Wir nehmen die Anregung gerne auf und erwägen eine Optimierung", meint Steurer zurückhaltend. Auch VAG-Sprecherin Elisabeth Seitzinger verweist darauf, dass sich die stufenweise Einführung des "Tür-1-Einstiegs" bewährt habe. In der Folge hätten mehr Fahrgäste Tickets gekauft, die Einnahmen seien gestiegen. "Deshalb wurde aus dem anfänglichen Test eben eine generelle Lösung. Gleichwohl überprüfen wir selbstverständlich immer wieder solche Standards."

In der Praxis fallen die Sichtkontrollen schon mal eher lax aus, stehen den Passagieren sämtliche Bustüren offen. Der Fahrer entscheide situativ, erklärt Seitzinger. Und Steurer betont, Busfahrer seien grundsätzlich gehalten, sich die Fahrscheine zeigen zu lassen. Aber: "Die Einhaltung des Fahrplans hat höhere Priorität." 

18

18 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth