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Kreativ in der Krise: Was machen Sascha Banck und Ferdinand Roscher?

Umgeleitete Frühlingsgefühle und Kunst zum Ausdrucken - 15.05.2020 16:40 Uhr

Sascha Banck und Ferdinand Roscher (re.) nutzen die Corona-Krise, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.


Da ist zum Beispiel das OstAnders-Festival, für das Sascha Banck seit Januar gearbeitet hat. Ihre Zeichnungen zum Motto "Digitale Liebe" waren ursprünglich für eine Glasfassade Auf AEG bestimmt, dann kam die Pandemie und daraus wurde nichts. Trotzdem kann ihr Beitrag angeschaut werden, mehr noch, wer mag kann sogar selbst zum Malstift greifen.


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Denn die Künstlerin hat ihre Zeichnungen auf ihrer Homepage (www.sascha-banck.com) zum Download bereitgestellt. "Wenn jemand die Zeichnungen ausdruckt und anschließend ausmalt, freue ich mich über ein Foto."

Aktuell arbeitet die 39-Jährige, die an der Nürnberger Kunstakademie studierte und 2008 von der Stadt Fürth mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet wurde, intensiv an einem Projekt, von dem sie noch nicht sicher weiß, ob es überhaupt stattfinden kann. Natürlich ist das mit einem Wechselbad der Gefühle verbunden.

Weiter geht es für sie auf jeden Fall mit einem Musikvideo, und zwar für die kommende neue CD von Monika Roscher, Komponistin, Big-Band-Leiterin und Schwester von Bancks Partner Ferdinand Roscher. "Ich werde dafür eine Art von komplett gemaltem Naturfilm machen, eine Welt, in die man eintauchen kann", plant Sascha Banck und gesteht: "Darauf freue ich mich riesig."

Im Dezember sind Sascha Banck und Ferdinand Roscher umgezogen. Gewohnt und gearbeitet wird unter einem Dach, Bancks Bilderlager ist im Hinterhaus untergebracht. Was sich nun als Glück erwies. Ferdinand Roscher hat nach kurzem Ausprobieren ausgerechnet dort, wo die Werke seiner Partnerin aufbewahrt werden, einen perfekten Ort für seine Projekte gefunden. Bei Facebook beziehungsweise YouTube hat der Musiker bereits mehrere Musikvideos eingestellt, die er im Lager aufgenommen hat.

Mitreißend ist zum Beispiel seine Version von "Jungle Drum": "Das habe ich gleich zu Beginn gemacht, als ich gerade totale Frühlingsgefühle hatte, die hab’ ich in die Musik umgeleitet." Die Videos sind ein Fall von perfektem Doppelpass: Der Bassist steht nämlich stets vor einem großformatigen Banck-Bild als Hintergrund. Eine stimmungsvolle Vorstellung von Arbeiten, die gekauft oder verliehen werden können.


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"Wir haben gerade eine sehr kreative Phase", sagt Roscher. Und, ja, es macht trotz Krise auch Spaß. Beide sind intensiv mit ihren jeweiligen Projekten beschäftigt, aber: "Zwischendurch trifft man sich immer wieder in der Küche und dann wird geredet, das ist sehr schön."

Geplant hatte Roscher zunächst anderes: "Für drei Monate lang wäre ich gerade komplett unterwegs gewesen. Eine Sache, die mich sehr schmerzt, ist die Umplanung einer Tanzproduktion in Stuttgart unter der künstlerischen Leitung von Nicki Liszta, von der ich lange geträumt habe." Die Aufführung von "Haus der Antikörper" wurde wenigstens nicht komplett abgesagt, sondern in den virtuellen Raum verlegt und wird am 6. Juni online (Infos: www.backsteinhausproduktion.de) uraufgeführt.

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Ins weltweite Netz gezogen ist vorübergehend auch "Ferdis Jazz Puppet Universe", eine Jazz-Reihe für Kinder, die Roscher mit Kollegen für das Theater Mummpitz normalerweise live präsentiert. Jetzt gibt es das Vergnügen als Video auf dem YouTube-Kanal von Mummpitz. "Die Aufnahmen dafür sind meine ersten Kontaktversuche mit dem Medium Film", sagt Roscher, der unter anderem auch mit den Rockin’ Lafayettes spielt.

Es war gut, ganz konzentriert zu arbeiten

Die Videos sind eine inspirierende Angelegenheit: "Ganz grundsätzlich hab’ ich dank meiner Einsätze für Mummpitz den Schauspieler in mir neu entdeckt." Bekanntschaft geschlossen hat der 37-Jährige damit dank seiner Eltern schon früh. Vater Klaus Roscher leitet die Hans-Sachs-Spielgruppe in Langenzenn.

Die Zeit des Rückzugs haben Sascha Banck und Ferdinand Roscher als sehr kreative Phase erlebt: "Es war gut, mal in Ruhe daheim zu sein und ganz konzentriert zu arbeiten. Aber jetzt ist die Sehnsucht groß, die Menschen wieder ganz real zu treffen."

 

Sabine Rempe

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