Kriegerheimsiedlung: Wohnanlage wurde saniert

11.1.2016, 11:00 Uhr
Die Genossenschaft errichtete 1926 das markante Mehrfamilienhaus am Espan.

© privat Die Genossenschaft errichtete 1926 das markante Mehrfamilienhaus am Espan.

Roland Breun, Vorstand der Genossenschaft, schickt ein großes „Dankeschön“ an die Mieter der bisher acht Wohnungen in der Widderstraße im Osten der Stadt. Sie haben die langwierigen und teilweise auch schwierigen monatelangen Umbauarbeiten ertragen müssen. Durch die Modernisierung sind vier neue Wohneinheiten hinzugekommen.

Die Genossenschaft hat sich nach Breuns Angaben „auch ohne staatlich verordneten Denkmalschutz für den Erhalt der historischen Bausubstanz stark gemacht“ und zudem auf Komfort für ihre Mitglieder geachtet.

Die Fensterläden wurden leuchtend rot lackiert und nach Original-Bauplänen montiert. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach soll helfen, Nebenkosten zu sparen.

Die Fensterläden wurden leuchtend rot lackiert und nach Original-Bauplänen montiert. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach soll helfen, Nebenkosten zu sparen. © Foto: Privat

Rund 1,2 Millionen Euro hat das Unternehmen Breun zufolge investiert, um die 90 Jahre alte Wohnanlage fit für die Zukunft zu machen. Unter anderem wurden Balkone angebaut, das Dach neu gedeckt, moderne Fenster eingebaut, Klappläden nach alten Bauplänen wieder angebracht, die Fassade gedämmt, ein Fahrradhäuschen aufgestellt und noch dazu fünf Bäume gepflanzt.

Die Maßnahmen sollen sich für Mieter in barer Münze auszahlen. Durch die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und dem Einbau einer energieeffizienten Heizungsanlage sollen nun die Nebenkosten sinken, so dass sie die moderate Mieterhöhung fast ausgleichen, wie der Vorstand versichert.

Die vier neuen Mietwohnungen sind entstanden, weil Gewerberäume umgebaut wurden. Und sie sind bereits bezogen: Die Genossenschaft hat sie an Interessenten vergeben, die auf der Liste mit 1400 Wartenden standen. Flüchtlinge, die dringend Wohnraum suchen, seien da gar nicht dabei gewesen, sagt Breun und verdeutlicht damit die Wohnungsnot, die sich verschärfen wird, wenn Kommunen und Bauträger nicht weiter gegensteuern.

Die 1926 entstandene Wohnanlage nahe dem Kavierlein gehörte zu den ersten Häusern der „Kriegerheimsiedlung“. Knapp 90 Jahre lang befand sich in den Räumen im Erdgeschoss eine Gaststätte, in der bis 1947 auch die Generalversammlungen der Genossenschaft stattfanden. Nebenan waren ein Konsum und bis 1937 die erste Geschäftsstelle der Genossenschaft untergebracht.

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