Donnerstag, 12.12.2019

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Kriminalmuseum im Keller des Rathauses

Stadtrat entscheidet heute über Projekt eines privaten Trägervereins - Begehbarer Tatort - 14.02.2007

Am Tatort: Peter Kramer vom Hausmeisterbüro des Rathauses steht in jenem Keller, den der Trägerverein des Kriminalmuseums für sein Projekt nutzen möchte. © Mario Kreß


Das Museum stellt ein Trägerverein unter Vorsitz von Oberstaatsanwalt Stefan Popp auf die Beine. Der Stadt entstünden keinerlei Kosten, für Unterhalt und Betriebskosten käme allein der Verein auf. Die Finanzierung erfolgt nach Angaben Popps durch Spenden. Geöffnet wäre das Museum während der gewöhnlichen Öffnungszeiten des Rathauses, also nicht an Wochenenden.

Am Montag stellte Popp das Museumskonzept im Kulturausschuss vor. Demnach sind drei Themenfelder geplant. Mit einer kurzen Geschichte der Fürther Polizei und der Sicherheitsbehörden der Stadt wolle der Verein in die Vergangenheit blicken. «Hingucker» soll eine Polizeizelle aus dem Jahr 1920 werden. Daneben sind Schautafeln und Vitrinen für historischen Polizeiuniformen vorgesehen.

Der Bereich «Gegenwart» soll zeigen, was Polizei und Gerichtsmedizin zu leisten imstande sind. Popp zufolge planen die Ausstellungsmacher die originalgetreue Nachbildung eines begehbaren Tatorts. Unter anderem soll zu sehen sein, wie die Polizeiprofis verwischte Blutspuren wieder sichtbar machen können. Das Konzept entsteht in Zusammenarbeit mit dem Rechtsmedizinischen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg.

Der Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich dem Themenfeld Prävention. Auf die Gefahren von Drogen- und Alkoholkonsum könne, so Popp, ein attraktives Kriminalmuseum «effektiver hinweisen, als wenn wir mit unseren Aufklärungsprogrammen in Schulklassen gehen».

Der Trägerverein erhalte Unterstützung vom Polizeipräsidium Mittelfranken und von den dort beschäftigten Sachbearbeitern im Präventionsbereich. Dies und die Kooperation mit der Universität bürge für eine «Präsentation auf höchstem Niveau», so der Oberstaatsanwalt.

Die Mitglieder des Kulturausschusses, der am Montag in der Musikschule im Südstadtpark zusammentrat, äußersten sich überwiegend positiv zu den Museumsplänen. Meta Zill und Birgit Arnold (beide SPD) bemängelten jedoch, dass der Stadtrat bereits heute über ein Projekt abstimme, das im Detail und zum jetzigen Stand der Dinge noch zu unausgegoren sei.

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