12°

Samstag, 04.07.2020

|

Kriminalstatistik: Im Landkreis Fürth leben Bürger sehr sicher

Dießl: Doppelt so sicher wie die Kleeblattstadt - Zahl fast aller Delikte ging zurück - 02.06.2020 17:30 Uhr

Einbruchschutz ist wichtig, auch wenn die Zahlen im Landkreis ein sehr niedriges Niveau erreicht haben. Ausstellungen der Polizei zeigen immer wieder, wie man sein Heim sichern kann. © Jens Büttner/dpa


Auch bei der Aufklärungsquote zeigt sich ein positiver Trend. "Mit fast 70 Prozent haben wir einen sehr guten Wert erreicht", berichtete Horst Küspert, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Stein. Insgesamt beläuft sich die Zahl der gemeldeten Straftaten auf 2503 – ein Wert, der in den vergangenen zehn Jahren nur einmal unterschritten wurde. Und bei der Häufigkeitszahl – einer statistischen Größe, die die Kriminalität in Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt – schneidet der Landkreis laut der neuesten Statistik im mittelfränkischen Vergleich am besten ab.

"Damit sind wir doppelt so sicher wie die sicherste Großstadt in Bayern", betont Landrat Matthias Dießl den Vergleich mit der Stadt Fürth. Einen bayern- beziehungsweise bundesweiten Vergleich lassen die Zahlen wegen der unterschiedlichen Erfassung bestimmter Straftaten dagegen nicht zu. Weil in der Zentralen Aufnahme Einrichtung (ZAE) in Zirndorf etwa Verdachtsfälle bei Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht anfallen – also Straftaten, die grundsätzlich nicht von deutschen Staatsbürgern begangen werden können.

Besonderheiten wegen der ZAE

Die Existenz der ZAE erkläre auch die vergleichsweise hohe Zahl an Urkundenfälschungen im Landkreis: Von den 121 ermittelten Fällen entfallen 102 auf den Bereich der PI Zirndorf, in deren Zuständigkeitsbereich die ZAE liegt. "Zuwanderer und Flüchtlinge versuchen zum Teil dadurch ein Bleiberecht zu erhalten", erklärt Küspert. Blende man die Besonderheit wegen der ZAE jedoch aus, liege die Ausländerkriminalität seit Jahren auf einem Niveau, "das sich im normalen Rahmen bewegt".

Bei besonders schweren Verbrechen, wie Straftaten gegen das Leben und schwerer Körperverletzung, konnte der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Fürth, Herbert Lober, von fünf beziehungsweise 50 Fällen berichten. Erstere konnten allesamt aufgeklärt werden und waren jeweils Beziehungstaten aus dem persönlichen Umfeld der Geschädigten.

Nur halb so viele Wohnungseinbrüche

51 Wohnungseinbrüche sind dokumentiert, was alleine gegenüber 2017 einer Halbierung der Fälle entspricht. Darunter fällt laut Lober eine Einbruchsserie in Kindergärten, Schulen und Friseursalons, die schließlich sechs Jugendlichen nachgewiesen werden konnte. Diese waren neben dem Landkreis auch in Nürnberg und Fürth aktiv und haben bei insgesamt 45 Einbrüchen 13. 000 Euro erbeutet. Dem gegenüber steht der verursachte Sachschaden von 43.000 Euro.

Bei der Verkehrsunfallstatistik berichtete Roland Meyer, der Leiter der PI Zirndorf, mit 272 Unfällen mit Personenschaden vom niedrigsten Wert seit 2013. Angesichts steigender Einwohner- und damit auch Pkw-Zahlen sei dies eine erfreuliche Entwicklung. Leider gingen auch zwei tödliche Unfälle in die Statistik des vergangenen Jahres ein.

Alkohol und Drogen am Steuer bleiben ein Thema

Bei Schulwegunfällen wurden neun Kinder, glücklicherweise keines schwer, verletzt. Verantwortlich waren in 70 Prozent nicht die Schüler "und leider gab es drei Fälle von Unfallflucht." Einen eindeutigen Trend könne Meyer bei den Schulwegunfällen jedoch nicht erkennen: "Die Unfallursachen waren jeweils ganz verschieden."

Alkohol und Drogen am Steuer bleiben ein Thema. 110 Mal wurden alkoholisierte Fahrer angehalten, ohne dass es zu einem Unfall gekommen war. Gekracht hat es 29 Mal unter Alkohol- und zwei Mal unter Drogeneinfluss.

In der Kriminalitätsstatistik finden illegale Drogen ebenfalls einen starken Niederschlag. Während sich die ermittelten Fälle von Besitz oder Handel mit harten Drogen wie Heroin oder Amphetamin in etwa auf dem Niveau der Vorjahre bewegen, nehmen die Cannabis-Fälle weiter zu. Von 57 im Jahr 2015 auf zuletzt 164 Fälle stetig steigend. "Um keine Ausuferungen" zu erleben, halte man den Kontrolldruck auf die "Szene der Kleinkonsumenten" hoch, so Horst Küspert. Diesen repressiven Ansatz – kombiniert mit Prävention an Schulen – werde die Polizei weiterverfolgen, im Bewusstsein, "dass mehr Kontrollen auch immer die Zahlen in der Statistik treiben".

Armin Leberzammer

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Zirndorf