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Sonntag, 20.10.2019

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Kulturforum: Saisonstart mit Swing, Blues und einer Prise Tarantino

Karten in der FN-Geschäftsstelle - 19.09.2019 21:00 Uhr

Erinnerungen an eine Hippie-Ikone: Zum 50-Jahr-Jubiläum des Woodstock-Festivals kommt das Leipziger „Kollektiv 27“ mit dem Musik-Theater „Peace of My Heart“ und den Hauptdarstellerinnen Sybille Kreß und Elena Weber nach Fürth - am 11. Oktober. © Foto: Nora Lovely


Unter Annette Wiggers Programmleitung bleibt das Haus an der Würzburger Straße seiner Linie treu: Konzerte und Theater jenseits des schnurrigen Mainstreams, lieber unbekannte Kost als schon wieder Bratwurst. Ganz so steil wie 18/19, als die Tanzperformance "aufbäumen" am Anfang der Saison stand, geht es diesmal allerdings nicht los. Mit A Pocketful of Blues kommen am Freitag (20 Uhr) Musiker ins Haus, die sich in der regionalen wie überregionalen Szene als Soundlieferanten für Querhörer einen Namen gemacht haben. Kreativer Kopf der Band ist, neben Gitarrist Peter Pelzner, die Nürnberger Bluesharmonikaspielerin, Sängerin und Songwriterin Chrissie The Cat alias Christine von Bieren. Es gibt noch Karten.

Unterm "Swing & Blues"-Label firmieren ferner unter anderem die drei Alligators of Swing mit ihrem Programm zum 30-jährigen Bestehen (2. Oktober), das Woodstock und Bluesröhre Janis Joplin gewidmete Theater-Konzert Peace of my Heart des "Kollektiv 27" (11. Oktober) und eine "Christmas Bluesnight" mit Frankens grauer Eminenz Franz Hajak und Band (13. Dezember). Als Paradiesvogel mit Promi-Ticket kommen, modernen Delta-Blues im Gepäck, Brother Dege & The Brotherhood of Blues ins Haus (19. November). Mit Deges Song "Too old to die young" untermalte Regisseur Quentin Tarantino eine Schlüsselszene von "Django unchained"; zudem spielte Dege eine Nebenrolle und ist auf dem Oscar-nominierten Soundtrack zum Film vertreten.

Jazzigen Bob und die Vielfalt der brasilianischen Musik serviert mit Paulo Morello einer der schillerndsten Jazzgitarristen Europas. Mit seinem Bandprojekt "Sambop", ergänzt um Akustikgitarrist Luis Galvão, gastiert er am 17. Oktober im Kufo. Unter den Hör-Abenteuern der nächsten Monate - und jenseits des Saisonmottos - ragen zwei weitere Abende heraus. Der Berliner Sänger, Gitarrist und Komponist Reinhardt Repke vertont seit zwölf Jahren unter dem sinnigen Projektnamen "Club der toten Dichter" Literatur-Klassiker und ist nun bei Jubilar Theodor Fontane angelangt. "So und nicht anders" heißt der Abend, unter anderem mit Ex-Rainbirds-Sängerin Katharina Franck, deren mädchenhafte Stimme noch immer unverwechselbar ist. (29. November). Bei der Echo-Klassik-Vergabe 2011 waren diese fünf Damen und Herren unter den Glücklichen: Spark - Die klassische Band schaut nach ihrem umjubelten "Passagen"-Auftritt im Mai vorigen Jahres am 4. Januar abermals vorbei, mit Bach, Vivaldi und Mozart in neuen Stil-Kontexten.

Neben der "Passagen"-Konzertreihe, die das Kufo gemeinschaftlich mit BR und Stadttheater stemmt, kennzeichnet auch 19/20 Bewährtes das Profil des Hauses. In Diensten des Stadttheaters bitten Jutta Czurda und Petra Heinl ab 7. Oktober (19 Uhr) wieder zum montäglichen und kostenlosen Community Dance. Zum neunten Mal dämmert die Fürther Erzählnacht (23. November, 19 Uhr, Eintritt frei). Zur 27. "Sidzung" treten die Dullnraamer ab 14. Februar an. Hausgemachtes Filetstück ist das vom Kulturamt verantwortete Internationale Klezmer Festival, dessen 17. Auflage am 6. März loslegt; vermutlich wird der Kartenvorverkauf wieder zur Adventszeit beginnen.

Wobei die Großen im Kulturforum ganz oft die Kleinen sind. Mit "Die Reise ins Schlaraffenland" vom Dresdner Theater Schreiber & Post (für Theatergänger ab fünf Jahren) beginnt am 13. Oktober die Sonntags-Reihe "KinderForum" — stets um 15 Uhr. Um junge Zuhörer ab vier Jahren kümmern sich am 5. Januar (16 Uhr) das Fürther Orchester Ventuno mit Musik aus Barock und Klassik und der unverwüstliche Geraldino (26. Januar, 15 Uhr). Auf kleine und junggebliebene Theatergäste warten bereits in diesem Herbst die "Miniaturen". Nach dem gelungenen Start 2017 geht die zweite Ausgabe der Theatertage für Kinder vom 26. Oktober bis 4. November über die Bühne. Den Auftakt macht (26. Oktober, 16 Uhr) das Theater Morgenroth & Schwester mit der Uraufführung des Grimm-Märchen-Potpourris "Knusper, Hexen, Königskinder". Mit dabei ist auch die neue Stadttheater-Eigenproduktion "Hinterm Haus der Wassermann" nach dem Buch von Gudrun Pausewang (ab 2. November, 16 Uhr).

Wer zum Saisonstart Bekanntschaft schließen will mit dem Kulturforum und einigen seiner Künstler, kann dies am Sonntag tun. Das Haus lädt am Tag der offenen Tür ab 10.30 Uhr ein zu Workshops für die Kleinen mit Meike Hess und Eva Borrmann (Morgenroth & Schwester) und für Menschen von 8 bis 88 (ab 12 Uhr mit Stadttheaterpädagoge Johannes Beissel), mit einer öffentlichen Probe der Stadttheater-Produktion "Die Zertrennlichen" (14 und 16 Uhr), Crowdsinging mit 6aufKraut (15 Uhr) und Kurzfilmrollen im Uferpalast-Kino (ab 12.30 Uhr, jeweils 20 Minuten). Der Eintritt ist frei.

InfoKarten fürs Kulturforum haben die FN-Geschäftsstelle (Schwabacher Straße 106, Tel. 2 16 27 77, teils mit ZAC-Rabatt) und die Abendkasse (jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, Tel. 9 73 84 26).

MATTHIAS BOLL

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