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Kulturhof: Langenzenns Millionenprojekt kommt voran

Einweihung ist im Herbst 2020 geplant - Kinosaal soll saniert werden - 24.08.2019 10:30 Uhr

Der Blick in den Innenhof der künftigen Theaterspielstätte verrät es: Hier ist eine Baustelle, auf der kräftig angepackt wird. © Foto: Armin Leberzammer


Finanzspritze für das Renommier-Projekt Kulturhof in der Langenzenner Altstadt: Mit 10.000 Euro unterstützt die Sparkasse Fürth die Renovierungsmaßnahmen und die Wiederbelebung des Areals zwischen Hindenburg- und Alter Zennstraße. Das Geld soll in die Instandsetzung des alten Kinos fließen. Derweil schreiten die Arbeiten im Innenhof sowie an der geplanten Bildungs- und Kulturscheune voran.

"Wir liegen gut im Zeitplan", berichtet Klaus Roscher von der Hans-Sachs-Spielgruppe, die hinter dem Projekt steht. Die neuen Gründungen und Bodenplatten seien fast fertig, ebenso die Kanalisation. Letztere habe es zwar auch zuvor schon gegeben, doch fehlten fast überall Pläne über die Baumaßnahmen aus der Vergangenheit. "Mit gefärbtem Wasser haben wir herausgefunden, welches Waschbecken und welche Toilette wo angeschlossen ist", beschreibt Roscher die mühevollen Erkundungsarbeiten. Auf diese Weise könne nun eine einheitliche und logische Abwasserentsorgung eingerichtet werden.

Bühne bleibt im Rathaushof

Auch am Dach der Scheune werden die Sanierungsarbeiten fortgesetzt. Ein Teil der alten Holzkonstruktion sei renoviert, ein Teil werde durch neue Balken ersetzt. "Bis Weihnachten soll alles zu sein, dann geht es innen richtig los", so Roscher. Bis zum nächsten Sommer soll alles fertig sein, um dann im Herbst 2020 die Einweihung der Bildungs- und Kulturscheune mit Platz für Volkshochschule, Theater- und Musikaufführungen zu feiern. Damit die Bauarbeiter freie Hand haben, wird die Saison 2020 der Hans-Sachs-Spielgruppe noch einmal im Innenhof des Rathauses über die Bühne gehen.

Die veranschlagten Kosten liegen bei vier Millionen Euro, davon übernimmt der Freistaat 80 Prozent – ein eminent hoher Satz. Er sei seit fast 30 Jahren Mitglied des Stadtrats und immer im Bauausschuss gewesen: "Aber an eine Förderung in Höhe von 80 Prozent kann ich mich nicht erinnern", das hatte Klaus Roscher Anfang des Jahres in einem Interview mit den Fürther Nachrichten gesagt. Möglich ist das, weil seine Mitstreiter und er es geschafft haben, gleich mehrere Fördertöpfe anzubohren. Aus der Städtebauförderung kommen 60 Prozent, weil ortsbildprägende Häuser saniert und – Stichwort Kneipensterben – ein Platz geschaffen wird, an dem sich die Menschen treffen.

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Millionenprojekt: Rundgang durch den künftigen Kulturhof Langenzenn

Aus dem ehemaligen Brauerei-Gasthof soll der Kulturhof Langenzenn werden. Klaus Roscher führt durch das leere Gebäude, das auch mit Mitteln der Städtebauförderung, saniert und umgestaltet werden soll.


Als bei Gesprächen mit der Regierung von Mittelfranken die Rede auf die Rolle der VHS kam, hieß es: Kultur und Bildung, eine bessere Nutzung gebe es nicht. So kamen über das Programm "Innen statt außen" weitere 20 Prozent dazu, weil hier ein Projekt in einer Altstadt und nicht auf der grünen Wiese mit entsprechender Bodenversiegelung realisiert wird.

Und damit nicht genug, schließlich ist der Landkreis Leader-Region, das bedeutet, es besteht die Möglichkeit, Geld aus dem gleichnamigen europäischen Förderprogramm zu erhalten. Die Innenausstattung ist nämlich Angelegenheit der Theaterspieler. Veranschlagt sind 220.000 Euro, von Leader fließen dafür 54.000 Euro. Den Rest müssen die Hans-Sachser aus ihrem Vermögen und der Verein "Freunde des Kulturhofs Langenzenn" über Spenden stemmen.

Für das alte Kino ist jedoch keine Komplettrenovierung angedacht, vielmehr soll das ursprünglich aus den 1920er Jahren stammende und 1954 umgebaute Lichtspielhaus für Aufführungen und Veranstaltungen mit einer Kapazität von 199 Zuschauern ertüchtigt werden. Vor allem in Herbst, Winter und Frühjahr, "wenn im Hof nichts los ist", so Roscher.

Flair der 50er Jahre

Dazu seien neben Schallschutzmaßnahmen vor allem Arbeiten an der Statik notwendig wie etwa Aussteifungen und ein Ringanker, der Dach und Außenmauer fest verbindet. Entsprechende Bauanträge seien gestellt. Gerne würde man das Flair der Fünfziger erhalten, das das Kino ausstrahlt. Sogar die Leinwand stammt noch aus dieser Zeit.

Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die sich für die Belebung der Innenstadt engagieren, lobte Sparkassenvorstand Adolf Dodenhöft die Hans-Sachs-Spielgruppe, die "tolle Stücke und Vorführungen auf die Bühne bringt". Die Kleinstadt Langenzenn zeichne eine "Dorfgemeinschaft" aus, in der man einander hilft. "Hier wollen wir mit einem merklichen Betrag unterstützen", so Dodenhöft. Er verwies außerdem auf das Spendenportal gut-fuer-fuerth.de, wo private Geldgeber für regionale Projekte wie eben den alten Kinosaal spenden können. 

Armin Leberzammer

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