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Land unter in Oberasbach

Über 60 Mädchen und Jungen suchen eine Kita-Platz - 16.05.2019 16:00 Uhr

Über 60 Mädchen und Jungen brauchen für September noch einen Betreuungsplatz in einer Oberasbacher Kindertagesstätte. Die Stadt sucht verzweifelt nach Lösungen. © Monika Skolimowska/dpa


Wenigstens ein Problem ist schon einmal gelöst, rein theoretisch zumindest. Die Stadt will den Notstand bei den Kinderbetreuungsplätzen auf einem Grundstück an der Langenäckerstraße beheben, das ihr selbst gehört. Das ist die gute Nachricht, denn die Zeit drängt.

Wie bereits berichtet, suchen 32 Mädchen und Buben für September einen Kindergartenplatz, dazu kommen 29 Plätze im Krippenbereich. Die schlechte Nachricht: Stand gestern gab es noch keine Zusage eines Betreibers für die geplante Einrichtung. Und mit Herbst wird es ohnehin nichts. Erst zur Jahreswende wären die Räume bezugsfertig, sagte der geschäftsleitende Beamte Markus Träger nun im Bauausschuss.

Insgesamt sieben Standorte hatte die Verwaltung unter die Lupe genommen. Doch entweder waren die Flächen zu klein, wie der Parkplatz an der Stiftstraße; das Projekt aufgrund der Erschließung baulich schwer umsetzbar, wie bei St. Stephanus; der Verkehr problematisch, wie an der Hauptstraße. Oder das Areal war überhaupt nicht im Besitz der Stadt, wie das so genannte Polizeigelände an der Lilienstraße.

Die jetzt ausgeguckte Fläche, bisher als Zwischenlager für Erdaushub genutzt, bringt dagegen nach Trägers Einschätzung so gut wie alles mit. Unter anderem liegen alle wichtigen Versorgungsleitungen in der Straße. Außerdem ist das Grundstück groß genug, um ebenerdig zu bauen. Das spart mit Blick auf den Brandschutz Geld. Anders als bei mehrgeschossigen Häusern ist etwa kein zweiter Rettungsweg notwendig. Abgesehen davon muss die Stadt sowieso gehörig investieren. Träger verwies zwar auf "Unwägbarkeiten" – aber: Mit einer Million Euro sei wohl zu rechnen.

Nähe zum Schulzentrum

Gut, dass das Areal einen weiteren Pluspunkt mit sich bringt: die Nähe zum Schulzentrum an der Pestalozzistraße. Dort wird bekanntlich in den nächsten Jahren eine Generalsanierung fällig. Da die Gebäude vermutlich im laufenden Betrieb überholt werden, müssten immer wieder Klassen ausgelagert werden. Ein Ausweichquartier wäre dann bereits vorhanden. Außerdem, auch darauf wies Träger hin, stehen im Stadtgebiet in den nächsten Jahren weitere Kindertagesstätten zur Runderneuerung an, dafür bräuchte es ebenfalls Ersatzplätze.

Vor diesem Hintergrund dürfte es Sinn machen, die notwendigen Container – rund 20 einzelne Module würden gebraucht – zu kaufen, anstatt sie zu mieten. Ab vier Jahren rechne sich diese Lösung, antwortete Träger auf eine entsprechende Frage aus dem Gremium und berief sich dabei auf eine Auskunft des Architekturbüros, das nun die Planung des Projekts übernehmen wird. Nutzbar sollen die Behelfsgebäude wenigstens 15 Jahre sein.

Aber da sind noch zwei Knackpunkte: Wer wird die Container-Kita übernehmen und die Kinder vor Ort betreuen? Die Stadt befindet sich laut Träger "in vielversprechenden Vorgesprächen". Ein Betreiber, dessen Namen der Geschäftsleiter öffentlich nicht nennen wollte, habe nicht nur signalisiert, die Einrichtung zu leiten, er würde auch das Personal stellen, benötigt werden bis zu 15 Arbeitskräfte. Alles in allem braucht das Vorhaben sechs Monate Vorlaufzeit. Der Start sei deshalb eben nicht zu Beginn des Kindergartenjahres im September, sondern erst Ende Dezember/Anfang Januar realisierbar. Ob alles tatsächlich so kommt, ist aber offen. In der Vorlage für die Stadträte heißt es: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt nicht umgesetzt werden kann sei "relativ hoch".

Skepsis weckten Trägers Ausführungen bei der SPD. Deren Fraktionssprecher Peter Heinl fragte sich, wo der potenzielle Betreiber angesichts des leergefegten Arbeitsmarktes das Personal herbekommen will. Außerdem regte er an, die Verwaltung solle die Plätze "klarrechnen", das heißt, bei den einzelnen Kindertagesstätten nachhaken, um festzustellen, ob es bei den genannten Zahlen bleibt.

Das hört sich allerdings einfacher an, als es ist. Denn die Stadt müsste jeweils bei den Eltern anfragen, ob sie den Platz noch benötigen oder ihr Kind vielleicht doch eingeschult wird. Die Einrichtungen gäben die Telefonnummern aber nicht heraus, sagte Birgit Huber. Der Datenschutz lässt grüßen. Lösen ließe sich das mit einer zentralen Anmeldung über die Stadt. Doch das, so die Bürgermeisterin, sei seitens der Oberasbacher Kindertagesstätten nicht erwünscht.

Harald Ehm

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