Donnerstag, 24.10.2019

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Landkreis Fürth: Bei Radlern kracht es öfter

Mehr Unfälle als 2017 - Oft werden Verkehrsregeln missachtet - 13.04.2019 11:00 Uhr

Im Profisport ist der Helm längst gang und gäbe. Freizeitradler tun sich mit dem Kopfschutz noch deutlich schwerer – sehr zum Leidwesen der Polizei. Nur jeder Zweite trägt die schützende Kopfbedeckung.


Mobil sind die Menschen nach wie vor hauptsächlich im Auto. Und die Unfallzahlen steigen landauf, landab. So auch im Landkreis Fürth, wie die Polizeistatistik für 2018 belegt: 2311 Mal hat es auf den Straßen gekracht. "Das sind keine gute Zahlen" sagt Jürgen Steiger, bei der Zirndorfer Polizeiinspektion für das Sachgebiet Verkehr zuständig. Im Vergleich zum Vorjahr (2173) kam es zu sechs Prozent mehr Unfällen. Eine Entwicklung, die auch Radler nicht unberührt lässt.

Die Zahl der Unfälle, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren, ist um 26 Prozent von 75 auf 95 gestiegen. Steiger wertet das als Arbeitsauftrag an die Polizei. Die Wahrscheinlichkeit, dabei unbeschadet davonzukommen, ist sehr gering: 96 der 107 an den Unfällen beteiligten Radler wurden verletzt. Erschreckend für Steiger: Die Hälfte von ihnen hat keinen Helm getragen.

Bei zwei Dritteln dieser Unfälle macht die Polizei als Ursache aus, dass sie schlicht die Verkehrsregeln missachteten, doch auch für Radler gelte das Stoppschild. Weshalb im Landkreis geplant ist, mit der Kampagne "Fahr’ Rad, fahr’ richtig" gegenzusteuern, wie Landrat Matthias Dießl ankündigt. Er, so Dießl, selbst passionierter Radler, habe mitunter den Eindruck, es herrsche die Meinung vor: "Steig’ ich aufs Rad, gelten keine Regeln mehr für mich."

Seiner Frage, ob auch im Landkreis Fürth, wie von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann angekündigt, bald Fahrradstreifen der Polizei unterwegs sein werden, begegnet Meyer abschlägig. Dafür sei das Einsatzgebiet von Ammerndorf bis Wilhermsdorf zu weitläufig und auch die Personaldecke in der Inspektion zu dünn. "Wenn der Herr Minister allerdings eine Fahrradstaffel einrichtet, nehmen wir die natürlich gern in Anspruch", warf Steiger ein.

Anders sieht es im Bereich Stein aus: Die dortige Wache hat zwei Fahrräder angeschafft, "und die sind in der Stadt auch unterwegs", so der dortige Inspektionsleiter Horst Küspert.

"Wahnsinniges Glück, dass niemand zu Tode kam"

Bei den Verkehrsunfällen mit Motorisierten kamen mit 295 Menschen zwar acht Prozent weniger zu Schaden, es wurden aber mit 99 erheblich mehr als im Vorjahr (76) schwer verletzt – wobei allein das Busunglück bei Ammerndorf, als im November zwei Linienbusse kollidierten, 27 teils schwer Verletzte forderte. "Wir hatten wahnsinniges Glück, dass dabei niemand zu Tode kam", sagt Steiger.

Andernorts im Landkreis aber traf dieses Schicksal acht Menschen, fünf mehr als im Vorjahr. Nur ob und wie schwer eine Person bei einem Unfall verletzt wird, könnten polizeiliche Verkehrsmaßnahmen kaum beeinflussen, heißt es im Sicherheitsbericht. Zu hohes Tempo, Missachtung der Verkehrsregeln sowie Unaufmerksamkeit am Steuer werden als ursächlich betrachtet. Gezielte Kontrollmaßnahmen stehen infolgedessen bei der Polizei auch weiter auf dem Programm. "Allein, für wie viele Menschen die Gurtpflicht nicht zu gelten scheint", verwundert Zirndorfs PI-Chef Roland Meyer.

Wenig Schulwegunfälle

Auf anhaltend niedrigem Niveau bewegt sich die Zahl der Schulwegunfälle – vorausgesetzt, die Kollision der zwei Linienbusse bei Ammerndorf, in der aufgrund des frühen Nachmittags sehr viele Schulkinder saßen, bleibt unberücksichtigt.

Gerade vier zählte die Polizei im Vorjahr, was auch der Jugendverkehrsschule des Landkreises zu danken sein dürfte. Die beiden Polizisten, die an der Zirndorfer Inspektion dafür abgestellt sind, haben angesichts steigender Schülerzahlen Ende vergangenen Jahres Verstärkung durch eine neue Kollegin bekommen.

Und auch ein zweites Dienstfahrzeug soll es für sie geben: Die Ausschreibung des Landkreises für den Kleinlaster läuft. Ende des Jahres rechnet Meyer mit der Lieferung.

Sabine Dietz

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