Samstag, 28.11.2020

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Langenzenn: Montagsdemo dieses Mal lautstark

Gewächshäuser, nein danke: Bürger machen ihrem Ärger Luft - 22.09.2020 22:00 Uhr

Den Slogan „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns das Wasser klaut“ skandierend, zogen die Gewächshauskritiker nach ihrer Kundgebung vorm Rathaus durch die Innenstadt.

22.09.2020 © Foto: Heinz Wraneschitz


"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns das Wasser klaut." Es klang fast wie bei Kundgebungen der von Jugendlichen geprägten "Fridays for Future"-Bewegung. In Langenzenn waren es jedoch meist wesentlich ältere Demonstranten, die die Parole von sich gaben.

Sie hatten angekündigt, künftig alle 14 Tage im Zenngrund zur Montagsdemonstration aufzurufen. Und neben Bewohnern des Weilers Hardhof und des Ortsteils Keidenzell hatten sich am Montagabend auch andere Gegner der von zwei Bauern aus dem Nürnberger Knoblauchsland geplanten "XXL-Gewächshäuser" vor dem "Alten Rathaus" eingefunden.

Insgesamt waren wieder etwa 100 Menschen gekommen, um diesmal "laut zu sein, damit wir gehört werden", so einer der Redner. Die erste "Montagsdemo" vor zwei Wochen hatte eher an eine Schweigestunde erinnert. Diesmal aber brachten einige Hardhöfer und Keidenzeller ihre Bedenken lautstark vor.

Weder bio, noch regional

Das sei weder bio, noch regional, "das ist ein reiner Industriebetrieb", urteilte beispielsweise Albert Goos über die Gewächshaus-Pläne. Weshalb er forderte: "Hier darf Paragraf 35 nicht gelten." Der regelt die Privilegierung landwirtschaftlicher Bauwerke im so genannten Außenbereich, also außerhalb gemeindlicher Bebauungspläne.


Gegen XXL-Gewächshäuser: So war die erste Montagsdemo


Ein anderer Demonstrant rechnete vor: "Langenzenn benötigt sechs Megawatt Wärme, ein Zehn-Hektar-Gewächshaus braucht zehn Megawatt." Und er kritisierte: "Bis heute haben wir keine Antwort auf unseren Brief an Ministerpräsident Markus Söder."

Stadtrat besucht ähnliche Anlagen

Am Rande der Demo wurde bekannt: Bürgermeister Jürgen Habel (CSU) will mit den Langenzenner Stadträten wohl demnächst erst ins Knoblauchsland und später Richtung Bamberg fahren, um den Stadträten Kombinationen aus Gewächshäusern und Holzheizwerken zu präsentieren.

Das Gremium hatte bereits vor Wochen gefordert, Projekte zu besichtigen, die mit den im Ort geplanten Anlagen samt Beheizung vergleichbar seien. Nach gut 30 Minuten Montagsdemo beendete Initiator Thomas Ziegler, Bauer aus Hardhof und CSU-Stadtrat, die Veranstaltung. Doch fast die Hälfte der Anwesenden machte sich, immer wieder den Wasserklau-Slogan skandierend, spontan zu einem Protestmarsch durch die Innenstadt auf.

Heinz Wraneschitz

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