Mittwoch, 01.04.2020

|

Langenzenner "Oase" hat neue Pächter

Der Biergarten am Fluss hat Betreiber gefunden, bleibt aber umstritten - 16.03.2020 16:00 Uhr

Die „Oase“ an der Zenn: Der beliebte Biergarten mit Spielplatz an der Försterallee hat zwei neue Pächter gefunden. Wie es mit der Institution zwischen Fluss und Stadtmauer weitergeht, ist allerdings kommunalpolitisch schon länger umstritten. © Foto: Thomas Scherer


Der vorherige und erste Pächter des Biergartens an der Zenn, Harald ("Harry") Schuh, war im November überraschend gestorben. Er wurde als "charmant, lebenslustig, chaotisch, kreativ, furchtlos, voller Ideen und Tatendrang" gewürdigt.

Wie es mit der "ZennOase" weitergehen würde, blieb lange offen. Jetzt ist bekannt, dass der 34-jährige gelernte Koch Lukas Frauenknecht aus Veitsbronn und der ein Jahr ältere Peter Wagner aus Oberfürberg die neuen Pächter sind. Die Zennstadt hat mit den beiden Betreibern vorerst einen Vertrag für die diesjährige Saison abgeschlossen. Unklar ist angesichts der Corona-Krise freilich, wann diese beginnen wird.

Das Konzept von Harald Schuh wird weitgehend übernommen, aber nach dem Motto "fränkisch, frisch und regional" ergänzt. Neu wird eine Espressobar mit italienischen Kaffeespezialitäten, selbstgemachtem Eis und Kuchen sein.

Kommunalpolitisch taugt die "ZennOase" nach wie vor zum Zankapfel. Sollten die von den Ämtern bereits abgesegneten Pläne für einen Durchbruch in der Stadtmauer, die den Biergarten zu den Häusern hin abgrenzt, realisiert werden, dann sei der Denkmalschutz "dahin in Langenzenn", finden empörte Bürger.

Wenn der Biergarten, wie geplant, ausgedehnt wird, um auf dem kleinen Parkplatz an der Alten Zennstraße feste Gebäude zu errichten, dann sei das den Hygiene-Auflagen des Landratsamtes geschuldet, sagte Markus Vogel, der Bürgermeisterkandidat der FDP, bei einer Podiumsdiskussion der Bewerber um das Amt. Ein Stück werde aus der Stadtmauer herausgeschnitten, daneben aufgestellt und könne wieder eingesetzt werden. Zudem sei die Mauer nicht mehr im Originalzustand; sie war schon einmal umgestürzt. "Endlich haben wir Leben nach Langenzenn geholt", so Vogel, "jetzt muss das auch durchgezogen werden."

SPD-Kandidatin Melanie Plevka meinte, der Biergarten dürfe nur so groß bleiben wie jetzt genehmigt. Man müsse auch an die Anwohner denken. Auch eine kleinere Variante mit Kioskbetrieb und abgespeckter Speisekarte sei denkbar.

Der amtierende Bürgermeister Jürgen Habel (CSU) bekräftigte, dass 296 Plätze als Provisorium genehmigt seien. Heute sei die "ZennOase" schon eine Institution, die aber mit der jetzigen, zusammengeschusterten Ausstattung nicht weiter genehmigungsfähig ist; ohne ein großes Sanitärgebäude werde der Biergarten geschlossen.

Insgesamt sei an zehn Parkplätze für die "Oase", 30 für den Kulturhof und weitere am Schießhausplatz und hinter Auto-Besenbeck gedacht.

hpr

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Langenzenn