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Lärm-Beschwerden: Keine Ruhe an der ZennOase

Der Langenzenner Stadtrat will ein Gutachten in Auftrag geben - 05.07.2019 21:00 Uhr

Lärm und zugeparkte enge Altstadtstraßen durch den Biergarten „ZennOase“ an der Langenzenner Försterallee nerven die Anwohner: Ihre Häuser liegen unmittelbar hinter dem Freizeitgelände. © Archivfoto: Thomas Scherer


Dem Betreiber des Biergartens "ZennOase" am Flussufer der Rangaustadt drohen Sanktionen: Die Stadträte haben einstimmig beschlossen, Angebote für ein Lärmgutachten einzuholen und zu prüfen, ob die Zahl der Sonderveranstaltungen reduziert werden kann.

Hintergrund der Debatte im Sozial-, Kultur- und Werkausschuss sind die nicht abreißenden Beschwerden der direkten Anwohner des Biergartens über Parkchaos, Lärm und schlaflose Nächte. Zuletzt hatte Betreiber Harald ("Harry") Schuh beim Landratsamt beantragt, gemäß der bayerischen Biergartenverordnung bis 23 Uhr öffnen zu dürfen – also eine Stunde länger.

Dem stehen viele Stadträte aber skeptisch gegenüber. Denn schon jetzt war es notwendig, wegen der heftigen Proteste der Nachbarn einen Runden Tisch im Rathaus einzurichten, um die Klagen zu erörtern. Insofern wurde nun über einen Antrag der SPD-Fraktion, die Anwohner bei weiteren Planungen zum Biergartenausbau einzubeziehen, gar nicht abgestimmt. Die Ämter bekundeten, die Anlieger zu informieren und ihre Bedenken anzuhören.

Bereits in der Stadtratssitzung im April hatte 3. Bürgermeister Klaus Roscher erbost gefordert, endlich das schon vor einem halben Jahr beauftragte Parkleitsystem zu installieren; Schilder sollen dabei auf die vielen offiziellen Parkplätze am Schießhausplatz, an der Rosenstraße und bei Auto-Besenbeck verweisen, um die Karossen aus der verwinkelten Umgebung der "ZennOase" fernzuhalten. Roscher: "Das Bauamt soll endlich die paar Schilder aufstellen, sonst schraube ich selber was hin."

"Seit längerem beauftragt"

Bürgermeister Jürgen Habel hatte erwidert, das Altstadtsanierungsbüro sei schon damit beauftragt. Jetzt, im Ausschuss, berichtete die Stadtverwaltung auf einen weiteren SPD-Antrag lediglich, die Beschilderung sei "seit längerem beauftragt".

Der Biergarten ist seit 2015 in einem Probebetrieb, betont die Stadt. 296 Sitzplätze sind genehmigt, hinzugekommen war eine Multifunktionsfläche mit 56 Plätzen, wo 18 Sonderveranstaltungen im Jahr noch mehr Publikum anlocken.

SPD-Fraktionschefin Melanie Plevka hatte gefordert, auch die Zahl der Aktionen an Wochenenden zu reglementieren – dieser Antrag ist mit fünf zu drei Stimmen abgelehnt worden. Begründung: Weitere Vorschriften sollten dem Pächter nicht auferlegt werden.

Er sucht dem Vernehmen nach einen Investor. Denn die derzeit errichteten Provisorien müssen Ende des Jahres zurückgebaut werden. Ein Entwurf sah vor, dafür eigens einen Durchgang durch die Stadtmauer zu brechen. Das Landesamt für Denkmalschutz hat schon zugestimmt.

Die Anwohner haben derweil einen Rechtsanwalt eingeschaltet, weil sie den Versprechungen nicht mehr trauen. "Das ist kein Leben mehr", wettern Ingrid Sill, Brigitte Jakob und Stefanie Wiedom. "Wir können kein Fenster mehr öffnen, alles ist zugeparkt, wir leiden unter Lärm bis tief in die Nacht." 

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