Läufer drehen mehr Runden in der Innenstadt

16.6.2012, 10:00 Uhr
„Ich bin gespannt, wer sich da alles meldet“: Erneut loten annähernd 6000 Hobby-Sportler in Fürth ihre ganz persönlichen Leistungsgrenzen aus.

© Hans-Joachim Winckler „Ich bin gespannt, wer sich da alles meldet“: Erneut loten annähernd 6000 Hobby-Sportler in Fürth ihre ganz persönlichen Leistungsgrenzen aus.

Anita Kinle und ihre Mitstreiter haben am Mittwoch vier Paletten mit T-Shirts erhalten, 1150 Stück, die alle von Hand erst aus- und dann wieder einzeln verpackt werden müssen, damit die Ausgabe an die Kinder am Wettkampftag reibungslos klappt. Eine Laufveranstaltung dieser Größenordnung ist zuvorderst eine logistische Herausforderung. Absperrgitter, Bühnen, Teilnehmerlisten, tonnenweise Obst und Getränke — alles muss rechtzeitig an Ort und Stelle sein. Insgesamt sind bei der Organisation nicht weniger als 1300 vorwiegend ehrenamtliche Helfer involviert.

Wie in den Vorjahren ist Kinle für den sogenannten KIDSMarathon verantwortlich, eine Teildisziplin des Metropolmarathons, die sich erneut großer Beliebtheit erfreut. „Die Kinder haben schon glänzende Augen.“ Seit Monaten tourt die Fürther Laufenthusiastin durch Kindergärten und Schulen in Stadt und Landkreis, um die kleinsten Teilnehmer der dreitägigen Breitensportveranstaltung auf Strecken zwischen 350 und 1500 Meter vorzubereiten.

Nicht nur in diesem Fall täuscht die Bezeichnung Marathon. 42,195 Kilometer, die klassische Distanz also, nehmen weniger als zehn Prozent der schätzungsweise 6000 Hobby-Sportler, die am übernächsten Wochenende die Fürther Innenstadt bevölkern, in Angriff. Das Gros der Läufer beschränkt sich erneut auf Halbmarathon (21 Kilometer) und Volkslauf (10 Kilometer).

„Letztes Jahr waren die Marathonläufer auf ihrer zweiten Runde schon recht einsam“, blickte bei einer Pressekonferenz der Leiter des städtischen Sport-Services, Wolfgang Wörner, zurück. Auch deshalb wird es bei der sechsten Auflage einen leicht veränderten Streckenverlauf geben. Statt zweimal die Halbmarathon-Runde zu laufen, biegen die Langstreckenspezialisten nach der Hälfte der Distanz auf die 10,5 Kilometer lange Strecke des Volkslaufs ein und legen diese noch zweimal zurück. Die Intention dieser Maßnahme ist klar: Die Veranstalter wollen die Marathon-Stimmung in der Innenstadt bündeln.

Eine weitere Neuerung betrifft die sportliche Wertigkeit des großen Läufertreffens. Zum ersten Mal werden dabei die Fürther Stadtmeisterschaften ausgetragen. „Ich bin gespannt, wer sich da alles meldet“, sagt Hauptorganisator Bernd van Trill. Bereits in die Teilnehmerliste eingetragen haben sich die Sieger der vergangenen drei Jahre bei den Männern. Auch im Halbmarathon und bei den Frauen sind die Schnellsten von 2011 am Start. Obwohl das Hauptaugenmerk der Veranstalter nach wie vor auf der Förderung des Breitensports liegt, dürfte somit auch für Spannung im Kampf um den Tagessieg gesorgt sein.

Kommt Bahn-Chef Grube?

Hauptsächlich ums Dabeisein geht es dagegen für den einen oder anderen Prominenten im Feld. Hannes Streng, Geschäftsführer von OBI Franken, einem der beiden Hauptsponsoren der gut 200000 Euro teuren Veranstaltung, wird den Halbmarathon in Angriff nehmen. Ob auch Rüdiger Grube, Chef der Bahn AG, die ebenfalls als Hauptsponsor auftritt, auf der Freiheit die Laufschuhe schnürt, ist noch offen. Grube ist passionierter Läufer und hatte sich 2010 als Mitglied einer Staffel (viermal zehn Kilometer) bewährt.

Nach wie vor ist der Metropolmarathon eine rein Fürther Angelegenheit. Die Stadt Nürnberg hat eine Beteiligung mehrfach abgelehnt. Als Grund wurden zu hohe Kosten genannt. Fürths Sport-Bürgermeister Markus Braun hofft, dass sich die Nürnberger doch noch bewegen. „Es gibt gewisse Überlegungen für nächstes Jahr. Wir werden einen neuen Anlauf starten.“

Informationen zu Anmeldefristen und -gebühren finden Sie unter www.metropolmarathon.de

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