Freitag, 05.03.2021

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Lieber warme Füße: Storch besetzt Langenzenner Kamin

Die Nisthilfe der Stadt hat das Tier erst einmal ignoriert - 19.02.2021 13:40 Uhr

Der Storch hat sich in Langenzenn einen Kamin rausgesucht - gar nicht weit entfernt von der Nisthilfe, die die Stadt für Störche geschaffen hat.

19.02.2021 © Andreas Welzel


 Der Kamin dient als Abzug einer Gasheizung in dem kirchlichen Gebäudetrakt und sicherte Meister Adebar unlängst während der frostigen Tagen warme Füße. Leser Andreas Welzel hat den Storch in der Abgaswolke festgehalten, weil er das Bild gar zu schön fand.


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Dass dem Großvogel die Feinstaubbelastung im Rauch allzu sehr zusetzen könnte, glaubt er nicht: "Der hat da oben ja auch ganz viel frische Luft."

Auch Günter Löslein, Vorstandsmitglied im Fürther Kreisverband des Landesbunds für Vogelschutz und als Kaminkehrmeister im Ruhestand in zweierlei Hinsicht fachkundig, meint augenzwinkernd, dass der Storch allenfalls etwas müde werden könnte von den Gasen. Langzeitschäden seien nicht zu befürchten.

Stadt bietet einen komfortablen Horst an

Mittlerweile ist der Storch auch nicht mehr allein, berichtet Löslein. Am Mittwoch ist der Partner bzw. die Partnerin ebenfalls eingeflogen – das Geschlecht lasse sich aus der Distanz nicht bestimmen.

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Beim Nest legt das Paar seine Präferenz aber offensichtlich eher auf den weit komfortableren Horst, den ihnen die Stadt vor einigen Jahren auf einem Dach des Rathauskomplexes am früheren Spital-Areal eingerichtet hat.

Während der Wintermonate in Heimatnähe

Da die beiden Störche so früh zurückkehrten, geht Löslein davon aus, dass sie nicht im allzu fernen Süden überwintert haben. Vermutlich seien sie die vergangenen Monate an einem offenen Gewässer nicht einmal außer Landes gewesen. Was nicht ungewöhnlich ist: Etwa 300 bayerische Störche, weiß Löslein, zögen während der kalten Jahreszeit gar nicht mehr in die Ferne.


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Weil Störche immer wieder an ihren angestammten Brutplatz zurückkehren, rechnet Löslein damit, dass auch das zweite Paar in Langenzenn nicht mehr lange auf sich warten lässt. Störche seien Koloniebrüter und suchten dabei die Nähe der Menschen. Von den über 30 Paaren, die in Uehlfeld, dem beliebtesten Storchenquartier Bayerns, nisten, sei Langenzenn allerdings noch weit entfernt.

SABINE DIETZ

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