Protestaktion

Lob allein reicht nicht: Awo-Mitarbeitende in Zirndorf und Burgfarrnbach demonstrieren

16.6.2021, 17:32 Uhr
„Wir haben alle mehr verdient“: Die Mitarbeiter des Helene-Schultheiß-Heims der Awo in Zirndorf machen mit Plakaten auf die schlechte Situation der Pflegekräfte aufmerksam.

„Wir haben alle mehr verdient“: Die Mitarbeiter des Helene-Schultheiß-Heims der Awo in Zirndorf machen mit Plakaten auf die schlechte Situation der Pflegekräfte aufmerksam. © Foto: Laura Pickl

Hella Höfling, Betriebsratsvorsitzende des Awo-Kreisverbands Fürth, erhofft sich von der Tagung Tariferhöhungen für das Pflegepersonal. "Das Allerwichtigste ist die Personalsituation", sagt die 63-Jährige: "Das Personal ist einfach zu knapp bemessen. Die Belegschaft ist am Ende ihrer Kräfte."


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Auch Verdi-Gewerkschaftssekretär Bernhard Bytom fordert die Gesundheitsminister und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, nachzubessern. "Wir erhoffen uns ein klares Signal, dass sich die Minister der Thematik annehmen und die Forderungen der Beschäftigten berücksichtigen." Andernfalls werde die Gewerkschaft im Bundestagswahlkampf ein erhöhtes Augenmerk auf die Defizite in der aktuellen Gesundheitspolitik richten.

Die schlechte Situation der Pflegekräfte ist für Mitarbeiter im Helene-Schultheiß-Heim der Awo in Zirndorf ein Thema, das immer wieder aufkommt. "Die Politik redet seit Jahren davon, dass sich etwas ändern muss, aber es passiert einfach nichts", bemängelt Hella Höfling. Die Mehrfachbelastung durch die Corona-Pandemie habe wie ein Brandbeschleuniger gewirkt und die Probleme der Pflegebranche für alle offengelegt. Nur nütze es nicht viel, wenn die Pflegerinnen und Pfleger einmal beklatscht werden, kritisiert sie.

Neben der digitalen Konferenz der Minister gehen am Donnerstag die Tarifverhandlungen der Awo in die nächste Runde. Mit den Aktionen wolle man auch den Arbeitgebern klarmachen, dass sie in der Verantwortung stehen, erklärt Bytom.

"Wenn die Pflegeberufe bei der Awo attraktiv bleiben sollen, dann müssen die Arbeitgeber endlich ein gutes Angebot vorlegen", fordert der Gewerkschaftssekretär. Auch Betriebsratsvorsitzende Höfling sieht neben der Politik die Arbeitgeberverbände in der Pflicht.

Mit den Fotoaktionen in der sogenannten aktiven Mittagspause kämpfen Höfling und ihre Kolleginnen und Kollegen um Aufmerksamkeit: "Die Verantwortlichen müssen sehen, dass die Pflegekräfte diese schlechten Zustände einfach nicht mehr hinnehmen."

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