Wettbewerb

Lohn für ein nachhaltiges Konzept: Fürther GS 28 gewinnt Wettbewerb

2.6.2021, 11:00 Uhr
Im August 2020 eröffnet, soll das GS 28 als eine Art „Stadtoase“ fungieren und ist Sitz des Familienunternehmens Schreier.

Im August 2020 eröffnet, soll das GS 28 als eine Art „Stadtoase“ fungieren und ist Sitz des Familienunternehmens Schreier. © Foto: Tim Händel

Es war eine wenig charmante Umschreibung, die Fürths Oberbürgermeister im August 2018 wählte: Bei der Grundsteinlegung für das GS 28 gab Thomas Jung der Hoffnung Ausdruck, das frühere Gelände des Güterbahnhofs werde auch mit Hilfe dieses Projekts sein Image als „Glasscherbenviertel“ los, auf dem marode Lagerhallen zusehends verfielen.

Fast drei Jahre danach scheint die Mission gelungen: Das als innovativ beworbene Bürogebäude mit Öko-Anspruch an der namengebenden Adresse Gebhardtstraße 28 ist mit einem ersten Platz im Wettbewerb für nachhaltige Gewerbeimmobilien der Industrie- und Handelskammer Mittelfranken bedacht worden.

Initiator und Bauherr Jochen Schreier sieht dadurch seine Bemühungen belohnt: Ihm schwebte nicht irgendein weiterer Bürokomplex auf der 2600 Quadratmeter großen Brache vor, es sollte etwas Besonderes sein – städtebaulich markant und „Heimat für innovative Unternehmen“.

Der heute 73-Jährige, einst einer der Köpfe hinter der Klinik-Pyramide am Main-Donau-Kanal und Impulsgeber für den Fürther Wochenmarkt, schwärmte von einer „Stadtoase“ mit begrünten Dächern, überwiegend heimischen Gewächsen und Blühpflanzen, die Lebens- und Nahrungsraum für Insekten bieten. Auch Bienen- und Schmetterlingsweiden sieht das Konzept vor, Insektenhotels, Nist- und Bienenkästen – und sogar ein kleines Biotop für Eidechsen.

Im August 2020 eröffnete das GS 28, einen guten Teil der rund 6000 Quadratmeter Nutzfläche nimmt das Familienunternehmen Schreier (ABF) als Ankermieter mit Büros und einem Reinraumlabor selbst ein. Noch zu haben, so Schreier, sei lediglich die „Premiumetage im 6. Stock mit herrlichem Ausblick auf Fürth und Umgebung“.

Bei der Gestaltung der Fassade an der Gebhardtstraße habe man sich zusammen mit dem Büro querwärts-Architekten am Prinzip der optimalen Tageslichtnutzung orientiert. Schreiers Credo: „Die Architektur ist kein Selbstzweck, sondern soll für die Menschen eine berufliche Heimat werden, die sie gerne betreten und in der sie gerne arbeiten.“

Wenig Energie, viel Kunst

Zudem lege man Wert auf nachhaltige Energienutzung mit dem Konzept eines KfW-Effizienzhauses 55, Begrünung von Dach und Außenbereichen, aber auch auf die Integration von Kunst – unter anderem mit dem „Transparent Man“ des US-Bildhauers Julian Voss-Andreae auf dem Vorplatz.

Die Familie Schreier ist eine in Fürth verwurzelte Unternehmerfamilie: Ehefrau Marianne Schreier ist Apothekerin und hat 1977 die Apotheke Breitscheidstraße in Fürth gegründet, die Keimzelle der heutigen ABF-Unternehmen. Jochen Schreier gründete und leitete zehn Jahre lang die Fürther Euromed-Clinic (später Schön-Klinik), bevor er 2000 das ABF-Reinraumlabor für die Herstellung von Infusions-Arzneimitteln schuf.

Seit 2010 leitet Tochter Eva Schreier die ABF-Apotheken, Sohn Max Schreier die ABF-Pharmazie GmbH. Beide sind darüber hinaus Gesellschafter der ABF-Synergie GmbH, die sich als Dienstleister für Logistik und Querschnittsfunktionen der ABF-Unternehmen versteht. In den neuen Firmensitz GS 28 wurden nach Angaben der Schreiers rund 20 Millionen Euro investiert.

1 Kommentar