Einsatz im Kriegsgebiet

Löschfahrzeuge aus Oberasbach rücken in die Ukraine aus

fn

17.3.2022, 20:00 Uhr
Vor Ort ausgemustert, doch durchaus noch funktionsfähig: Die zwei Löschfahrzeuge aus Oberasbach werden zum humanitären Einsatz in die Ukraine gebracht.

© Foto: Stadt Oberasbach Vor Ort ausgemustert, doch durchaus noch funktionsfähig: Die zwei Löschfahrzeuge aus Oberasbach werden zum humanitären Einsatz in die Ukraine gebracht.

Arrangiert hat die Aktion Thorsten Schlichting, der stellvertretende Leiter des städtischen Ordnungsamtes, in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr in Buchholz im Erzgebirge.

Im vergangenen Jahr haben die Freiwilligen Wehren Oberasbach und Altenberg Löschfahrzeuge aus Altersgründen ausgemustert, die bislang keine Käufer fanden. Als Schlichting über den Deutschen Feuerwehrverband von der Hilfsaktion des Kreisfeuerwehrverbandes Erzgebirge aus Buchholz und dem Verein "Ukraine-Freunde Erzgebirge" erfuhr, machte er eine neuerliche Einsatzmöglichkeit für die Fahrzeuge aus. Die Verbände im Erzgebirge suchten nach Equipment für Wehren in der Ukraine. Die Aussicht, ganze Feuerwehrfahrzeuge – zwar ausgemustert, aber durchaus noch funktionsfähig – dort hinbringen zu können, begrüßten sie begeistert.

"Humanitäre Hilfe"

"Angesichts der katastrophalen Auswirkungen des Ukrainekrieges engagieren sich allerorten Menschen, um das Leid der Bevölkerung in der Ukraine zu lindern", so Bürgermeisterin Birgit Huber. "Wenn wir als Stadt mit diesen Fahrzeugen kurzfristig und zielgerichtet humanitäre Hilfe leisten können, steht es für uns außer Frage, diese Aktion zu unterstützen."

Innerhalb weniger Tage konnten alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen und bürokratische Hürden aus dem Weg geräumt werden. "Die Mitglieder der Feuerwehren Altenberg und Oberasbach waren mit Feuereifer bei der Sache, um die Fahrzeuge kurzfristig für die Übergabe vorzubereiten", berichtet Klaus Kondert, Kommandant der Feuerwehr Oberasbach.

Drei Vertreter der Feuerwehr Buchholz holten die beiden Fahrzeuge zwischenzeitlich ab. Wie Heiko Pietzsch, Florian Jahr und Kevin Meiner erläuterten, verbindet ihre Wehr seit 2014 eine enge Partnerschaft mit der Feuerwehr in Solotonoscha. "Wir konnten die Kameraden bereits mit Atemschutzgeräten, Atemluftkompressoren, Schläuchen und anderen Materialien unterstützen", berichtet Pietzsch.

Für jede Unterstützung dankbar

Die Ausstattung der Feuerwehren in der Ukraine sei auch ohne den Krieg bereits deutlich schlechter als in Deutschland gewesen. Eine Drehleiter habe im Notfall aus 130 Kilometern Entfernung angefordert werden müssen. Nun sei die Lage vor Ort katastrophal, die Feuerwehren seien für jede Unterstützung dankbar, um die permanenten Einsätze absolvieren oder ausgebrannte Fahrzeuge ersetzen zu können.

Meiner und Jahr zeigen sich entsetzt über die Fernsehbilder von Orten, die sie von früheren Besuchen kennen und die inzwischen in Schutt und Asche liegen.

Übergabe an die Kameraden

Am Freitag machen sich die Fahrer der Buchholzer Feuerwehr auf die etwa dreizehnstündige Reise und bringen die Fahrzeuge nach Ostpolen. Dort übergeben sie die Autos an die Feuerwehrkameraden aus Solotonoscha, die für die Ausreise nach Polen eine Ausnahmegenehmigung des ukrainischen Innenministeriums in Kiew benötigen.

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