Makerspace: Neue Zukunftswerkstatt für Jugendliche

31.1.2018, 17:00 Uhr
Auch das gibt’s in der Fürther Technologie-Werkstatt: Connect-Leiter Florian Friedrich (links) erklärt einem Besucher die Stop-Motion-Technik für Trickfilme.

Auch das gibt’s in der Fürther Technologie-Werkstatt: Connect-Leiter Florian Friedrich (links) erklärt einem Besucher die Stop-Motion-Technik für Trickfilme. © Foto: Leberzammer

Einen Computer selbst programmieren, einen Trickfilm drehen oder in die Weiten der virtuellen Realität eintauchen: Im Makerspace des Connect im Jugendhaus Otto, Theresienstraße 9, können Jugendliche ab sofort ihr Talent auf diesen Feldern austesten. Angeleitet werden sie dabei von erfahrenen Erwachsenen und von pfiffigen Gleichaltrigen.

Wie Anton Babunov: Er ist 15 Jahre alt und in der offenen Werkstatt Fablab in Nürnberg bereits Stammgast. Am 3 D-Drucker macht dem Jugendlichen so leicht keiner etwas vor. Die Einladung, nun auch in Fürth technisches Wissen zu vermitteln, nahm er deswegen gern an. Gemeinsam mit dem Connect-Praktikanten Mohammed Ali führte er zum Auftakt den Besuchern vor, was erschwingliche 3 D-Drucker bereits heute leisten können.

Noch günstiger zu haben sind die Mini-Computer Arduino. "In China kann man die schon für weniger als zehn Euro bestellen", weiß Cedric Jelonek. Der 27-Jährige führt vor, dass es gar nicht so schwierig ist, den Rechner in Taschenformat zu programmieren. Zur Eröffnung des Makerspace im Connect zeigt Jelonek den Jugendlichen eine Miniatur-Ampelanlage mit Leuchtdioden und Widerständen, während im Nebenraum Johannes Rieger zwei- und dreidimensionale Zeichenprogramme vorstellt. Wem das alles zu anspruchsvoll war, der konnte an der Spielkonsole mittels Virtual-Reality-Brille als Batman in Gotham City auf Verbrecherjagd gehen.

Ressourcen besser nutzen

So ein breites Angebot werde es natürlich nicht jeden Donnerstag geben, räumt Connect-Leiter Florian Friedrich ein: "Wir wollen heute zeigen, was alles möglich ist und die Jugendlichen zum Mitmachen anregen." In vielen Städten und Bildungseinrichtungen gibt es bereits Makerspaces und Fablabs.

Nun startet das Connect mit finanzieller Unterstützung von "Ich kann was", einer Initiative der Telekom-Stiftung. Unter dem Motto "Schlüsselkompetenzen für die digitale Welt" fördert sie Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die Themen und Herausforderungen der Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen gezielt mit der Vermittlung von digitalen Kompetenzen verbinden. Fachliche Unterstützung kommt vom Team des Fablab in Nürnberg.

"Wir möchten unsere Ressourcen hier besser nutzen", betont Friedrich. Vereinzelt habe es schon in der Vergangenheit Veranstaltungen zum Basteln mit Elektronik und Computern gegeben. Der Makerspace aber ermöglicht nun regelmäßige Treffen – "dank der kompetenten Manpower des Fablab". Auch in den Ferien soll es immer wieder Workshops und Aktionen geben. Außerdem können Schulklassen Aktionstage zum Themenspektrum nutzen.

"Fürth im Übermorgen"

Höhepunkt wird laut Friedrich im Juli dieses Jahres ein offener und öffentlicher Makerspace im Fürther Stadtpark im Rahmen der Projektwoche "Fürth im Übermorgen". Dort kann dann jeder vorbeischauen und kreativ werden. Das Team von Connect wird auch Technologien im Bereich Virtual und Augmented Reality einbinden — aber auch die kritischen Seiten der Digitalisierung ansprechen.

Keine Kommentare