Mehr Mitsprache: Bekommt Fürth ein Jugendparlament?

Gwendolyn Kuhn
Gwendolyn Kuhn

Lokalredaktion Fürth

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26.10.2020, 19:14 Uhr
Im „Mariechen“ – so hat der Altstadtverein das Häuschen in der Waagstraße getauft – trifft sich regelmäßig der „Runde Tisch“ junger Fürtherinnen und Fürther, die sich für ihre Stadt engagieren möchten.

© Hans-Joachim Winckler Im „Mariechen“ – so hat der Altstadtverein das Häuschen in der Waagstraße getauft – trifft sich regelmäßig der „Runde Tisch“ junger Fürtherinnen und Fürther, die sich für ihre Stadt engagieren möchten.

Seit Sommer 2019 gibt es in der Fürther Altstadt einen "Runden Tisch", an dem Jugendliche zusammenkommen, die in der Stadt etwas bewegen wollen – nun soll ein Jugendparlament folgen. Eine Satzung, die das Wahlverfahren regelt oder das Wahlalter der Mitglieder festlegt, haben die jungen Menschen schon entworfen; die Fraktionen und Gruppen des Stadtrats haben sie unlängst erhalten, einige bekundeten auch ihr Interesse.

Alexander Bohn, Mitglied des "Runden Tischs", wünscht sich, dass er und seine Mitstreiter deutlich mehr Mitspracherecht in Ausschüssen und bei Stadtratssitzungen bekommen. "Weil viele von uns noch nicht wählen dürfen, können wir nicht aktiv mitbestimmen, was in der Stadt passiert", sagt der 16-Jährige.

Er stellt sich vor, dass das Jugendparlament sich ähnlich einbringen kann, wie das bereits der Stadtjugendring tut, wenn der Jugendhilfeausschuss tagt. Ein Thema, das für Bohn und seine Altersgenossen besonders virulent ist, wäre beispielsweise die Sanierung jener Schultoiletten in Fürth, die teilweise schon lange marode sind. Auch Ausstattung und Zustand von Sportplätzen sind von Interesse.

Interesse an Politik

Von der Teilnahme an einem Jugendparlament verspricht sich Bohn, dass mehr seiner Altersgenossen einen Sinn für die kommunale Politik entwickeln und auf diese Weise auch größere Zusammenhänge begreifen.

Ähnlich sieht das auch Elisabeth Reichert. Die städtische Jugendreferentin begrüßt politisches Engagement junger Menschen generell und in jeglicher Form. Der Ball aber, sagt sie, liege nun erst einmal beim Stadtrat; dessen Vertreter seien nun gefordert, sich mit den Jugendlichen zusammenzusetzen und Details auszuarbeiten.

Sehr dankbar sei sie für den "Runden Tisch", dem bisher zehn aktive Teilnehmer zwischen 13 und 22 Jahren angehören. "Es begeistert mich, dass diese jungen Menschen ihre Freizeit für politisches Engagement opfern", so Reichert. Für das Jugendparlament, sollte es denn kommen, stellt sie sich ein speziell auf Fürth zugeschnittenes Konzept vor, das zu den hier bestehenden Strukturen passt.

Auf der Tagesordnung

Im November steht die nächste Sitzung des kommunalen Jugendausschusses an, unter Umständen steht das Thema dann schon auf der Tagesordnung. Bis jetzt, so Bohn, haben SPD und CSU bereits Interesse an der Idee bekundet und Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ausdrückliche Unterstützung für die Jugendlichen kam auch von den Grünen im Stadtrat. Demnächst soll es zu einem Austausch kommen.

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