Sonntag, 29.03.2020

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Mehr Nachhaltigkeit: Pappe beim Metropolmarathon

Das neue Konzept für die beliebte Sportveranstaltung wurde vorgestellt - 09.03.2020 16:00 Uhr

Präsentierten das Konzept für einen nachhaltigeren Marathon (von li.): Melanie Diller, Matthias Schmidt, Bürgermeister Markus Braun, Bernd van Trill und Julian Gutbrod. © Armin Leberzammer


Im vergangenen Jahr waren erneut viele Tausend Tausend Läufer gestartet. Zur 14. Auflage am 23. und 24. Mai wollen die Veranstalter nun die Müllflut eindämmen. Ihren Durst werden die Finisher diesmal mit Getränken aus Mehrwegbechern der SpVgg Greuther Fürth stillen.

10.000 Halblitergefäße, die sonst bei den Heimspielen im Ronhof zum Einsatz kommen, werden im Mai erstmals auch beim Metropolmarathon verwendet. Für den Sportservice der Stadt als Veranstalter ist das eine von mehreren Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit. Die Mehrwegbecher werden an beiden Tagen des Laufs benutzt und zwischendurch an einer zentralen Reinigungsanlage in Poppenreuth wieder sauber gemacht. An der Strecke selbst kommen recyclingfähige Pappbecher zum Einsatz. "Dadurch kann der Plastikmüll deutlich reduziert werden", erklärt Julian Gutbrod vom Sportservice.

Die Medaillen dagegen bleiben weiterhin aus Metall. Zwar seien bei vergleichbaren Sportereignissen auch schon Plaketten aus Holz verteilt worden. "Aber das kam nicht gut an", erzählt Gutbrods Kollege Matthias Schmidt, "für viele ist ein Marathon eben etwas Einmaliges. Holzmedaillen fanden sie deswegen unpassend." Alle anderen, die in der Laufsaison regelmäßig starten und die Metallscheiben inzwischen daheim stapeln müssen, können sie in diesem Jahr zurückgeben und spenden. "Sie werden vom Hersteller eingeschmolzen. Der Rohstoffpreis wird dann in nachhaltige Projekte in der Region fließen", kündigt Julian Gutbrod an.

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Doch damit nicht genug auf dem Weg zu einer Sportveranstaltung, die verantwortungsvoller mit Ressourcen umgeht: Das Obst an den Verpflegungsstationen kommt künftig laut dem Organisationsteam entweder aus regionaler Herstellung oder ist Bioware. Die Starterbeutel für die Utensilien der Läufer werden aus sogenanntem washable paper hergestellt, einem Stoff bestehend aus 100 Prozent Zellulose. Das sei gegenüber gängigen Modellen aus Nylon die bessere Alternative. Die Flyer schließlich werden auf Recyclingpapier gedruckt.

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Bürgermeister Markus Braun begrüßt die Maßnahmen: "Es ist wichtig, Konkretes umzusetzen. Auch mit kleinen Schritten kann man immer ein Stück weiter nachhaltig werden." Der eingeschlagene Weg werde künftig mit weiteren Initiativen fortgeführt. Angeschoben wurde das Projekt vom Steuerungskreis nachhaltige Beschaffung bei der Stadt. Das Rathaus war laut Braun sofort bereit gewesen, die dafür nötigen Mehrkosten von 16.500 Euro zu übernehmen. Bei den Läufern kommt der nachhaltigere Metropolmarathon offenbar schon jetzt gut an. Die Rückmeldungen, die beim Sportservice dazu eingelaufen sind, seien sehr positiv gewesen.


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Armin Leberzammer

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