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Möbel Maag verwandelt sich in Wohnraum

Neuer Eigentümer baut das frühere Möbelhaus in Dambach um - 17.03.2015 16:00 Uhr

Im ehemaligen Möbelhaus Maag — das traditionsreiche Unternehmen musste 2008 aufgeben — werden im Lauf des nächsten Jahres 23 Wohnungen entstehen. Gleich gegenüber gibt es Platz für Neubauten (linkes Bild). © Fotos: Michael Müller


Es ist gut drei Jahre her, da stand das verwaiste Möbelhaus mit einem Mal im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Anwohner und Naturschützer verfolgten skeptisch die Pläne von P & P an der Nahtstelle von Wasserschutz- und Wohngebiet. Im Juli 2012 stellten Verantwortliche des Bauträgers und der Stadt Fürth das Vorhaben schließlich vor 60 Zuhörern im Gemeindesaal der Erlöserkirche vor. P & P hatte die Pläne zu diesem Zeitpunkt bereits abgespeckt, von mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern war keine Rede mehr. Geschäftsführer Michael Peter versicherte, seine Firma wolle „keine Hauruck-Aktion“, aber einen „städtebaulichen Schandfleck beseitigen“. Mit den Arbeiten wollte man im Herbst 2012 oder Frühjahr 2013 beginnen. Dann wurde es ruhig um das Projekt.

Gerodet wurde schon, das Häuschen im Hintergrund muss auch noch weichen.


Seit einiger Zeit steht eine Bautafel an der Fuchsstraße, die für den „Dambachpark“ wirbt. Den Namen P & P sucht man dort vergeblich. Der neue Bauträger heißt MKK Wohnpark GmbH. Hat P & P das Gelände verkauft? Ja, bestätigt man im Baureferat der Stadt Fürth und schiebt gleich hinterher: An den Planungen werde sich aber nichts Grundlegendes ändern.

Warum P & P das Areal nicht mehr selbst entwickeln möchte, dazu wollte sich eine Sprecherin gegenüber den FN nicht äußern. Eingeweihte vermuten, dass der Verkauf mit den Querelen um die Rodungen im Grundigpark zu tun haben könnte (wir berichteten). Den neuen Eigentümern dürfte das einerlei sein, sie sprechen von einem Traumobjekt. Laut MKK-Geschäftsführer Klaus Müller ist der Kaufvertrag mit P & P im Juni 2014 unterzeichnet worden.

In Fürth ist seine Firma bis dato kaum in Erscheinung getreten. In Mannhof hat sie an der Stadelner Hauptstraße sechs Reihenhäuser errichtet. „Wir sind eigentlich ein Neubau-Spezialist“, sagt denn auch Klaus Müller, der in jungen Jahren mit SpVgg-Präsident Helmut Hack beim TSV Vestenbergsgreuth gekickt hat und sich selbst als Fan von „Greuther Fürth“ bezeichnet. Um das Möbelhaus in Wohnraum zu verwandeln, holte sich Müller deshalb zusätzliche Kompetenz an Bord, unter anderem in Person des Erlanger Architekten Ralph Küster.

Vor gut einem halben Jahr richtete sich das Team ein Büro in einem früheren Ausstellungspavillon von Maag ein. In den vergangenen Wochen dann wurde das für eine Neubebauung vorgesehene Areal zwischen Fuchsstraße und Weiherhofer Straße gerodet, um Platz für die sechs Doppelhaushälften und das Einfamilienhaus zu schaffen, die ursprünglich P & P errichten wollte. „Im Gegensatz zur Baugenehmigung, die die Stadt P & P erteilt hatte, lassen wir aber mindestens 15 große Bäume mehr stehen“, verspricht Architekt Küster. Die wochenlangen Umplanungen hätten sich gelohnt. MKK habe einiges „optimiert“, die Wohnfläche sei insgesamt aber gleich geblieben. Die Baukörper, die als „moderne Villen mit viel Glas und viel Natur“ angepriesen werden, bekommen keine anderen Ausmaße als bei P & P. „Wir haben sie allerdings etwas anders angeordnet“, so Küster.

Einzug noch dieses Jahr

Auch der Umbau des Möbelhauses wurde überplant. „Wir haben die Zuschnitte der Wohnungen komplett geändert“, sagt der Architekt. Statt 25 werden es nur noch 23 sein, diese seien dafür aber – auch dank eines zusätzlichen Aufzugs – barrierefrei. Ansonsten bleibe alles wie gehabt: Wie es schon P & P im Sinn hatte, wird MKK ein Stockwerk aufsatteln und Balkone anbringen, die drei Meter tief ins Landschaftsschutzgebiet ragen. Im Gegenzug wird das Unternehmen die alten Ausstellungspavillons, die weit in den Talgrund reichen, abreißen. Das Areal wird im Anschluss renaturiert. In Grünfläche würde MKK gerne auch die verlandeten Weiher hinter dem Gebäude umwandeln. Man stehe deshalb in Kaufgesprächen mit der Eigentümerfamilie Stoll.

In den kommenden Wochen werden auf dem Neubauareal noch zwei alte Häuschen und eine Baracke abgerissen. Im Anschluss wird gebaut. Die Häuser sollen Ende des Jahres bezugsfertig sein. Etwas länger – nämlich bis Mitte 2016 – wird sich der Umbau des Möbelhauses ziehen. Der Startschuss für den Verkauf von Häusern und Wohnungen fällt in Kürze. Das MKK-Büro im Ausstellungspavillon dient aber nicht für Verkaufsgespräche, sagen die Verantwortlichen. Es stehe jedem offen, der Fragen zu dem Projekt habe – zum Beispiel Anwohnern und Naturschützern. 

Johannes Alles

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