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Freitag, 06.12.2019

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Müssen Fürther Berufsschüler umziehen?

Regierung erwägt offenbar, sechs Klassen für Großhandelskaufleute abzuziehen - 13.11.2019 21:00 Uhr

Die Regierung von Mittelfranken erwägt den Zweig für Groß- und Außenhandelskaufleute von der Fürther Ludwig-Erhard-Berufsschule nach Bad Windsheim zu verlegen. Sechs Klassen wären davon betroffen. © Hans-Joachim Winckler


Betroffen wären sechs Klassen mit insgesamt rund 125 Azubis, die momentan noch in der Ludwig-Erhard-Berufsschule in der Theresienstraße unterrichtet werden.

Von den Gerüchten gehört hat auch schon Markus Braun. Fürther Unternehmen, die um die Attraktivität ihres Standorts bangen, haben sich bereits an den Schulreferenten gewandt. Dieser sieht jedoch noch keinen Anlass zu größerer Sorge. "Offiziell haben wir noch keine Mitteilung der Regierung erhalten", sagt Braun. In der Regel würden solche Entscheidungen stets in Absprache mit den beteiligten Kommunen, also der Stadt Fürth und dem Landkreis, getroffen.

Aber Braun verhehlt auch nicht, dass ihm, ebenso wie Landrat Matthias Dießl, viel daran gelegen ist, den Standort in Fürth zu belassen. Braun fürchtet, dass im Falle eines Wegzugs der betroffenen Klassen das Profil der gesamten kaufmännischen Berufsschule leiden könnte. "Es würde dann einfach etwas fehlen", sagt er. Hinzu kommt, dass viele Schüler – gerade diejenigen, die noch keinen Führerschein haben –, einen umständlicheren Schulweg auf sich nehmen müssten.

Unterschiedliche Resonanz

Zwar gibt es eine Zugverbindung nach Bad Windsheim, allerdings nicht ohne Umsteigen. Für die Betriebe und Unternehmen in Fürth sei es außerdem ein gutes Argument beim Anwerben von Azubis, dass auch die Berufsschule vor Ort ist.

Ein Grund für die angedachte Verlagerung nach Bad Windsheim könnte sein, dass dort Schüler fehlen, so Braun. An der Fürther Ludwig-Erhard-Berufsschule dagegen verzeichnet man seit einigen Jahren einen Zulauf. Das liegt, so der Schulreferent, vor allem an den steigenden Mitarbeiterzahlen im Fürther Handel, die die Neue Mitte mit sich gebracht hat.

Derzeit lernen knapp 1700 Schülerinnen und Schüler an der kaufmännischen Berufsschule, Tendenz steigend. Weil deshalb auch der Platzbedarf zunimmt, hat sich der Bauausschuss Anfang des Jahres auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie für einen Abriss des in die Jahre gekommenen Gebäuderiegels in der Hirschenstraße und einen Neubau ausgesprochen.

Nun geht es darum, ein geeignetes Architekturbüro zu finden, das die Planungen vorantreibt. Sechs bis acht Jahre, so die Prognose der städtischen Gebäudewirtschaft, wird es wohl dauern, bis die Maßnahmen abgeschlossen sind.

GWENDOLYN KUHN

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