Mutige Fürther: Gedenken an Benario und Goldmann

18.4.2017, 13:00 Uhr
Oberbürgermeister Thomas Jung (rechts) half beim Anbringen der erneuerten Erinnerungstafel an der Uferpromenade.

Oberbürgermeister Thomas Jung (rechts) half beim Anbringen der erneuerten Erinnerungstafel an der Uferpromenade. © Foto: Daebel

Die Erinnerung an Rudolf Benario und Ernst Goldmann hat inzwischen einen festen Platz: An der Rednitz erzählt eine Gedenktafel von ihnen. Dort, wo einst das Bootshaus des 1927 gegründeten Fürther Kanu-Clubs stand, in dem beide glückliche Stunden unter Gleichgesinnten verbracht haben. Bis zum 10. März 1933, dem Tag ihrer Verhaftung durch Mitglieder der SA.

Rund 150 Menschen kamen diesmal zur Uferpromenade, um Benario und Goldmann zu gedenken. Dazu aufgerufen hatten das Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, die Stadt Fürth sowie der Infoladen Benario. Vor genau zehn Jahren war die Gedenktafel aufgestellt worden, damit das Schicksal der beiden Fürther, die zu den ersten Opfern des Nazi-Terrors gehörten, nicht in Vergessenheit gerät.

Dass die Tafel nicht schon viel früher aufgestellt wurde, hatte der Stadtrat immer wieder zu verhindern gewusst. Oberbürgermeister Thomas Jung bedauerte das in seinem Redebeitrag sehr. Schließlich seien die beiden jungen Männer wichtige Vorbilder. Sie zu ehren, sei eine Selbstverständlichkeit. "Wir stehen als Stadt zu ihrem Widerstand", sagte Jung. In diesem Zusammenhang wies er auch darauf hin, wie wichtig es heute sei, Europa zu verteidigen und sich für die europäische Idee stark zu machen.

Weil Unbekannte ein Hakenkreuz hineingeritzt hatten, wurde die Tafel am Ende des Gedenkens ausgetauscht – bereits zum dritten Mal seit ihrer Errichtung vor zehn Jahren. Zeugen sind die stattlichen Birken, die hier wachen und einst von Benario und Goldmann gepflanzt worden waren. Sie hatte man zuvor schon in der Geschichte "Was uns die Birken am Rednitzufer zu erzählen haben" sprechen lassen. Verfasst hat die Geschichte einst Seppl Schneider, ein Freund von Benario und Goldmann. Schneider beschreibt darin die Trauer der Birken über den Verlust der streitbaren Kameraden. Und fasste damit seine eigene in Worte.

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