Open-Air-Galerie

Nach dem Bruch: So reparierten Fürther Schüler die XXL-Kunstbrille

9.7.2021, 16:00 Uhr
Nach getaner Arbeit versammelten sich die Schüler und Schülerinnen der 5 a der Otto-Seeling-Mittelschule mit ihrer Lehrerin Ines Rottammer und dem Künstler Sebastian Hertrich hinter der neu gestalteten Holzbrille.

Nach getaner Arbeit versammelten sich die Schüler und Schülerinnen der 5 a der Otto-Seeling-Mittelschule mit ihrer Lehrerin Ines Rottammer und dem Künstler Sebastian Hertrich hinter der neu gestalteten Holzbrille. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Nachdem eine der mit bunten Formen beklebten Plexiglasscheiben einen Tag nach der Vernissage Mitte Juni zu Bruch gegangen war, kam der Nürnberger Künstler Sebastian Hertrich auf die Idee, eine Schulkasse bei der Neugestaltung mit ins Boot zu holen.

Ines Rottammer von der Otto-Seeling-Mittelschule war sofort begeistert und lud den Künstler in ihre 5. Klasse ein, um gemeinsam ans Werk zu gehen. Die Lehrerin nutzte die Gelegenheit gleich für ein Projekt zum Thema Toleranz und Diskriminierung vor dem Hintergrund der LGBTQ-Debatte.

Zunächst fertigten die Schülerinnen und Schüler auf einem Blatt Papier jeweils einen eigenen Entwurf an, danach ging es in Gruppen an den Feinschliff für die neue "Brille der Vielfalt", die, wie alle anderen Kunstwerke der Frei Luft Galerie, noch bis Mitte September in der Stadt zu bestaunen sein wird. Schnell war klar, dass eines der Brillengläser in Schwarz-Weiß für Ausgrenzung und Intoleranz stehen soll, das andere in den Regenbogenfarben für Vielfalt und Offenheit anderen Lebensformen gegenüber.

Nachdem die Plexiglasscheiben beklebt waren, ging es zur Montage in die Hornschuchpromenade und zum Fotoshooting. "Keiner ist perfekt", sagte die 14-jährige Rafif und blickte voller Stolz auf das Gemeinschaftswerk: "Für Hass darf kein Platz sein. Man muss leben und leben lassen."

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