Nach Insolvenz: Vapiano ist zurück in Fürth

Luisa Degenhardt
Luisa Degenhardt

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28.8.2020, 18:21 Uhr
Vier Millionen Euro investierte die Restaurantkette Vapiano in ihren Fürther Standort. Nun liegt der Betrieb auf Eis, das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.

© Hans-Joachim Winckler Vier Millionen Euro investierte die Restaurantkette Vapiano in ihren Fürther Standort. Nun liegt der Betrieb auf Eis, das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.

Fast zeitgleich mit dem Beginn des Corona-Lockdowns Mitte März meldete die Kette Anfang April Insolvenz an – der Betreiber Vapiano SE war zahlungsunfähig. Auch die Niederlassung an der Poppenreuther Straße machte dicht.

Verschiedene Unternehmer, darunter der frühere Vapiano-Vorstand Mario C. Bauer, schlossen sich daraufhin zur Love & Food Restaurant Holding zusammen – das Konsortium bekam Anfang Juni den Zuschlag als neuer Eigentümer.

Das Vapiano-Konzept bleibt gleich

30 Restaurants wurden übernommen, darunter auch das in Fürth. Sukzessive werden diese seit Anfang August wieder geöffnet, auch an der Poppenreuther Straße herrscht seit vergangener Woche wieder Betrieb.


Lage angespannt: Restaurantkette Vapiano in der Krise


Das Konzept, sagt Andrea Ungereit-Hantl von der Agentur Lottmann, zuständig für die Unternehmenskommunikation der Holding, bleibt das gleiche wie vor der Insolvenz: Man setze weiterhin vor allem auf Nudelprodukte.

Weitere 15 Vapiano-Standorte in Deutschland sollen künftig von Franchise-Nehmern geführt werden. Dabei überlässt der Eigentümer seinen selbstständigen Partnern gegen Geld ein Geschäftskonzept nach seinen Vorgaben.

Günstige Lage am Frankenschnellweg

Der Betrieb des Lokals in Fürth war fast genau fünf Jahre nach der Eröffnung eingestellt worden. Es war beliebt bei den Fürthern und ihren Nachbarn, nicht zuletzt wegen der verkehrsgünstigen Lage direkt am Frankenschnellweg.

Probleme hatte das börsennotierte Unternehmen allerdings schon vor Corona, weil bei weitem nicht alle der zwischenzeitlich rund 250 Restaurants in 30 Ländern so gut liefen. 2002 in Hamburg gegründet, ging das Unternehmen 2017 an die Börse, doch der Aktienkurs stürzte ab.

Man schrieb rote Zahlen. Bei einem Umsatz von 372 Millionen Euro machte die Kette 2018 einen Verlust von 101 Millionen Euro. Grund war eine missratene Expansion. Die Corona-Krise gab dem Unternehmen dann noch den Rest.

Erstes Freestander-Restaurant

Das Fürther Vapiano war von Beginn an etwas anders als die übrigen Filialen. Als erstes, sogenanntes Freestander-Restaurant der Italo-Kette ging es im Mai 2015 an den Start. Zuvor hatte man auf Standorte in den Innenstädten gesetzt

Das neue Modell hat sich das Unternehmen seinerzeit einiges kosten lassen: So lagen die Investitionskosten eigenen Angaben zufolge bei rund vier Millionen Euro. Für den eigenwilligen Entwurf zeichnete der preisgekrönte Südtiroler Architekt Matteo Thun verantwortlich.