Nach Neonazi-Demo in Fürth: Polizei in der Kritik

25.2.2012, 12:00 Uhr
Die Empörung über die Neonazi-Demonstration vom vergangenen Samstag stand im Mittelpunkt der Reden bei der Kundgebung am Platz der Opfer des Faschismus.

Die Empörung über die Neonazi-Demonstration vom vergangenen Samstag stand im Mittelpunkt der Reden bei der Kundgebung am Platz der Opfer des Faschismus. © Axmann

Neben Bündnis-Sprecherin Ruth Brenner griffen Vertreter der Stadtratsfraktionen und Gewerkschaften sowie Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung zum Mikrofon, um ihren Ärger auszudrücken. Für seine Rede erntete der Rathauschef indes nicht nur Zustimmung.

Auch ihn habe „der Schlag getroffen“, sagte Jung, als er am Samstagvormittag erfuhr, dass Neonazis nachts einen Marsch durch Fürth beantragt hatten. Die Polizei, die die Demo genehmigte, werde Fragen beantworten müssen. Doch greife die Kritik an den Beamten zu kurz: Jung appellierte an seine Vorredner und Zuhörer, sich gemeinsam für eine Verschärfung des Versammlungsrechts einzusetzen — und bekam aus dem Publikum einige Buh-Rufe als Antwort.

Schärfere Gesetze seien der falsche Weg, betonten Brenner sowie die Grünen-Stadträtin Brigitte Dittrich. Letztere forderte statt dessen, eine Regelung in Fürth einzuführen, derzufolge ein Eilantrag ohne die Zustimmung der Stadtspitze nicht genehmigt werden könne. SPD-Stadtrat Rudi Lindner wies darauf hin, dass der Samstag bei vielen den Eindruck gefestigt habe, „dass manche Institutionen auf dem rechten Auge blind sind“.

Für Thomas Händel von der IG Metall ist die Demo „der braunen Jungs und Glatzen“ in Fürth die „Spitze des Eisbergs“: In Europa wachse das faschistische Potenzial.
 

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