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Freitag, 03.07.2020

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Nach Plänen von Jugendlichen: Fürth bietet neues Freizeitareal

Pumptrack, Trampolin, Outdoor-Fitness: Stadt investierte 140.000 Euro - 30.06.2020 12:30 Uhr

Die Jugendlichen unterzogen die neue Strecke gleich am ersten Tag einem ausgiebigen Test. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Die Bauzäune waren erst seit wenigen Stunden abmontiert, schon eroberten die ersten Jugendlichen das neue Areal – und sind vollauf begeistert. Der zwölfjährige Luis macht erst einmal einen Salto rückwärts auf dem Trampolin, bevor er sich auf dem Pumptrack mit seinem Scooter ziemlich flott in die Steilkurven legt. Die zehnjährige Laura lässt es da noch etwas ruhiger angehen. Sie findet die Anlage "voll cool", muss allerdings erst noch etwas üben und ein paar Tricks lernen. Immerhin trägt sie schon mal ganz vorschriftsmäßig einen Helm.

Am Rand des Gewerbegebiets Hardhöhe-West hat die Stadt einen attraktiven Jugend- und Freizeitbereich geschaffen, der allein von seiner Entstehungsgeschichte her etwas ganz Besonderes ist. Denn die Vorschläge für die Anlage stammten von den Jugendlichen, die sich im Sommer 2018 intensiv mit dem Thema auseinandersetzten: In einer vom Jugendhaus Hardhöhe moderierten Arbeitsgruppe überlegten sich die Schüler der Soldnerschule damals, wie der Platz einmal aussehen soll.

Auf der 1200 Quadratmeter großen Fläche, die bislang weitgehend aus tristem Asphalt bestand, lädt nun ein sogenannter Pumptrack, ein über 40 Meter langer geschlossener Rundkurs mit Wellen und Steilkurven, Mountainbiker und Rollerfahrer zur rasanten Fahrt ein. Daneben gibt es ein Bodentrampolin, Outdoor-Fitnessgeräte, einen Basketballkorb und eine Tischtennisplatte. Auf kleinen Terrassen lässt sich dem Treiben zuschauen, auch an einen schattenspendenden Unterstand wurde gedacht.

Bei der Eröffnung der Anlage zieht Oberbürgermeister Thomas Jung einen handskizzierten Plan der Teenager aus der Tasche, der zeigt, dass deren Ideen nun tatsächlich eins zu eins verwirklicht worden sind. Die Stadt hat sich das 140.000 Euro kosten lassen. "Es ist uns wichtig, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie uns etwas wert sind und ihre Vorschläge umgesetzt werden", sagt Jung.

Das betont auch Sebastian Fischer, der Leiter des nahegelegenen Jugendhauses Hardhöhe, das heute nach der coronabedingten Schließung wieder seinen Innenbereich öffnet. Die neue Freizeitanlage empfindet er als willkommene Ergänzung des Angebots im Außenbereich. Er erinnert sich noch gut an die beiden Treffen der Arbeitsgruppe mit den Verantwortlichen im Grünflächenamt, wo es um den Feinschliff ging. In dem Pavillon sollen noch die Namen der Jugendlichen verewigt werden, die an der Planung beteiligt waren.

Die Anwohner, die sich in der Vergangenheit für die Belebung des Areals stark machten, begrüßen den neuen Spielbereich. Allerdings beklagen sie auch eine zunehmende Lärmbelastung – unter anderem durch den im vergangenen Jahr neu angelegten Grillplatz. In einem Brief an die Stadt machten sie bereits auf ihr Anliegen aufmerksam.

Hans-Joachim Winckler

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