Nach Rekordbilanz: Übernachtungszahlen in Fürth brechen ein

Gwendolyn Kuhn
Gwendolyn Kuhn

Lokalredaktion Fürth

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19.2.2021, 08:10 Uhr
Wenig Zeit blieb Besuchern vergangenes Jahr, um Fürth vom Sightseeing-Bus aus zu bestaunen, bevor wegen der Pandemie erneut alles ausgebremst wurde.

Wenig Zeit blieb Besuchern vergangenes Jahr, um Fürth vom Sightseeing-Bus aus zu bestaunen, bevor wegen der Pandemie erneut alles ausgebremst wurde. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Druckfrisch und komplett neu überarbeitet liegen in der Zirndorfer Tourist-Info die Verzeichnisse von Gastgebern und Gastronomiebetrieben aus. Nur Abnehmer finden sie (noch) nicht. Seit der "Lockdown-Light" Anfang November die Tourismusbranche lahmgelegt hat, ist auch die Anlaufstelle am Marktplatz geschlossen.


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"Die Stimmung bei uns ist schon ziemlich gedrückt", sagt Nadine Bischoff, die Leiterin der Tourist-Info, auf FN-Anfrage. Es fehle einfach eine Perspektive – auch wenn Hotellerie und Gastronomie auf eine Wiedereröffnung zu Ostern hoffen. Darüber, ob dieser Zeitpunkt angesichts der Pandemie-Lage der richtige ist, streitet man sich in der Politik noch.

Während etwa Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Urlaubsreisen zu Ostern bereits ausgeschlossen hat, hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sie derzeit für realistisch.

Bischoff würde sich einen "kleinen Lichtblick" wünschen und eine Öffnungsstrategie, die eine gewisse Vorplanung erlaubt. Schließlich muss man dann auch wieder mehr Personal rekrutieren und eventuell neue Hygienekonzepte umsetzen.

Sie hofft auch darauf, dass der Playmobil-FunPark vielleicht – wie bislang geplant – Ende März an den Start gehen kann. "Er ist einfach unsere Hauptattraktion." 2020 konnte der Park dank Hygienekonzept und Besucherbegrenzung zur Freiluft-Saison geöffnet sein.

Dass dieses und weitere Ausflugsziele im Landkreis im vergangenen Jahr zeitweise nicht öffnen durften, Hotels und Gastronomie geschlossen blieben, macht sich in der Statistik bemerkbar: Um 44 Prozent sind die Übernachtungszahlen vergangenes Jahr zurückgegangen. 125.050 Übernachtungen aus dem In- und Ausland zählte man 2020 im Landkreis, 2019 waren es noch 224.856.

Ähnlich düster sah es in Fürth aus, wo man 2019 noch einen Rekord von 363.846 Übernachtungen registriert hatte. Corona machte diesen Höhenflug zunichte: 2020 übernachteten nur noch 171.462 Gäste, ein Minus von 53 Prozent.

Stadtspaziergänge sind fertig

Den Kopf in den Sand stecken will Eike Söhnlein dennoch nicht. Die Leiterin der Fürther Tourist-Info und ihre Mitarbeiter arbeiten teils im Homeoffice daran, dass alles so weit fertig ist – sollte man demnächst wieder durchstarten können. So steht etwa das Programm der Stadtspaziergänge.

Sie sind bereits für das ganze restliche Jahr terminiert, die Stadtführer eingeteilt. "Falls es ab 7. März wieder losgeht, können wir eine Woche später Führungen anbieten", sagt Söhnlein, der anzuhören ist, wie sehr sie sich das wünschen würde.

Marketingkampagne in bayerischen Städten

Geplant ist bereits eine Marketingkampagne, die in anderen bayerischen Städten wie Regensburg und Bayreuth mit Plakaten für einen Trip nach Fürth wirbt. Bald verfügbar sein wird zudem ein Audioguide, der Gäste und Einheimische via Smartphone durch Innen- und Altstadt führt. Sollten die lang ersehnten Öffnungen noch auf sich warten lassen, können damit auch Fürther ihre Stadt neu entdecken.

Außerdem ist ein so genannter taktiler Stadtplan in Arbeit. Er soll Sehbehinderten ermöglichen, die Altstadt bis hin zur Kirche Unsere liebe Frau mit Hilfe eines Tastmodells zu erfassen. Standort dieses Modells soll am Grünen Markt sein.


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Einen neuen Standort bekommt derweil demnächst, wie berichtet, die Tourist-Info selbst. Sie soll noch dieses Jahr in den Westflügel des sanierten Hauptbahnhofgebäudes einziehen. Auch daran arbeitet man momentan im Hintergrund.