Nächster Schritt: Fürths Kino-Bauherr Ach bleibt im Spiel

3.1.2015, 20:56 Uhr
So soll das Multiplex-Kino an der Gebhardtstraße nach den im September vorgelegten Plänen aussehen, spätestens Ende Oktober 2015 muss es den Betrieb aufnehmen.

© Entwurf: Ingenieurbüro Haid So soll das Multiplex-Kino an der Gebhardtstraße nach den im September vorgelegten Plänen aussehen, spätestens Ende Oktober 2015 muss es den Betrieb aufnehmen.

Die Kommune wollte sich absichern, nachdem Ach im Sommer schon einmal finanziell in Bedrängnis geraten war, und hatte ihm deshalb per Vertrag eine Frist bis zum Jahresende gesetzt. Etliche Lokalpolitiker, daraus machten sie hinter vorgehaltener Hand kein Hehl, glaubten zuletzt nicht mehr daran, dass die verlangten Belege beigebracht werden können. Zu groß war die Skepsis, weil sich auf der Brachfläche neben den Bahngleisen in den vergangenen sieben Wochen zum wiederholten Male kaum etwas getan hatte.

Doch wie der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller den FN am Montag mitteilte, hat Ach am Tag vor Weihnachten „die rechtsverbindliche Finanzierungszusage“ für sein Vorhaben vorgelegt, das nun dem Vernehmen nach rund sechs Millionen Euro kosten soll. Hauptgeldgeber ist weiterhin die Raiffeisen-Landesbank Oberösterreich. Damit sind aus Sicht des Rathauses letzte Zweifel – zumindest vertraglicher Art – ausgeräumt. „Jetzt gehe ich davon aus, dass Herr Ach das Kino auch fertigstellt“, sagt Müller.

Der Wirtschaftsreferent klingt dabei wenig euphorisch, für den dafür zuständigen Mann in der Fürther Stadtspitze war die Hängepartie der vergangenen beiden Jahre alles andere als vergnüglich; von öffentlichem Spott und scharfer Kritik hat er einen gehörigen Teil abbekommen. Kein Geheimnis ist zudem, dass im Hintergrund bereits andere potente Kino-Investoren lauerten, die mancher gern an Achs Stelle zum Zuge hätte kommen lassen.

Gewohnt zuversichtlich

Doch Vertrag ist Vertrag, Ach bleibt im Spiel und hat nun zu liefern: Bis Ende Oktober 2015 muss das von ihm geplante Multiplex-Kino mit sechs Sälen und 1100 Plätzen „bezugs- und betriebsfertig“, sein. Andernfalls fällt das Grundstück endgültig an die Stadt zurück, von der Ach es 2012 erworben hat.

Doch was passiert, wenn während des Baus wieder Sand ins Getriebe kommt, wenn gar ein halbfertiger Rohbau auf dem Gelände neben den Gleisen stehen bleibt? Es wäre für die Kommune der größte anzunehmende Unfall, man müsste dann „nach Lösungen suchen“, sagt Horst Müller. Vertraglich aber sei dieser Fall nicht auch noch zu fixieren gewesen.

Alfred Ach zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung gewohnt zuversichtlich, nach den „Turbulenzen dieses Jahres“ werde man nun „nach den Feiertagen“ loslegen. An Heiligabend hatte Ach zum ersten Mal seit zwei Monaten auch auf seiner eigens zu diesem Zweck eingerichteten Facebook-Seite „Neues Kino Fürth“ von sich hören lassen. „Auf der Kinobaustelle an der Gebhardtstraße ist im Moment zwar nicht viel zu sehen, aber im Hintergrund laufen jetzt organisatorische und koordinierende Arbeiten für den Bau selbst, aber auch für die Innenausstattung und die Technik“, heißt es dort.

Das Projekt erfordere „Hunderte von Einzelterminen und -entscheidungen“, die bisherigen Verzögerungen hätten zur Folge, dass „teilweise neue Partner gesucht werden mussten“ und „neue Planungen und Entscheidungen“ nötig sind. Solche Töne sind kaum dazu angetan, bei Kennern der bisher zähen Projekthistorie Zweifel zu beseitigen – die größtenteils hämischen Kommentare unter dem Eintrag sprechen Bände: „Eher holt unser Kleeblatt die vierte deutsche Meisterschaft“, heißt es in einem; „Ich gehe jede Wette ein, dass der Berliner Flughafen eher fertig ist“ in einem anderen. Ach indes ficht solche Kritik nicht an. „Jetzt wollen wir das endlich mal positiv sehen“, sagt er.

15 Kommentare