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Naschen mit gutem Gewissen: Gesund Knabbern ist in

Wandel in Köpfen und Geschäften — Alternativen zu Kalorienbomben - 16.06.2016 21:00 Uhr

Auch wer keine Zeit fürs Schnippeln hat, kann nach etwas Gesundem greifen: "Vitale Snacks" findet man inzwischen in vielen Geschäften. © colourbox


Fettige Burger, Pommes & Co auf Plakaten an Bushaltestellen oder Litfaßsäulen waren einmal, denn auch die Werbebranche setzt zunehmend auf ein „gesundes Aussehen“. Sie hat längst die Vielfalt der grünen Farbpalette entdeckt, mit der man so herrlich Assoziationen an Frische, Fitness und Gesundheit wecken kann. Damit reagiert sie auf den Trend zur bewussteren Ernährung, zu dem aber nicht mehr nur eine vegetarische oder vegane Lebensweise zählt. Es soll ausgewogen und vielseitig sein – und das geht sowohl als Vegetarier als auch als Fleischesser. Oft ist der kleine Hunger am Nachmittag schuld, dass man dann doch zu süßen Leckereien oder zu einem schnellen Imbiss greift.

Das ist eigentlich gar nicht so schlimm, solange man zur Hauptmahlzeit gesund gegessen hat, sagt Elfriede Leichsenring. Die leitende Diätassistentin des Fürther Klinikums findet, „ein Eis am Nachmittag ist dann schon mal in Ordnung“. Wer aber doch lieber den zuckerärmeren Weg wählen möchte, dem empfiehlt Leichsenring Nüsse, Gemüsechips oder Vollkornknäckebrot – sogenannte vitale Snacks.

Die stehen nicht mehr nur bei Abnehmwilligen, sondern auch bei Otto Normalverbraucher auf der Speisekarte. In diesem Jahr fand man sieauch auf der Biofach in Nürnberg, der Weltleitmesse für ökologische Konsumgüter. Dort punktete der Versandhändler für vegane Rohkost „Keimling Naturkost“ mit Snacks für den ganzen Tag: Cashew-Nüsse, Trockenfrüchte oder eine Schoko-Kokos-Creme als Brotaufstrich. Generell gilt aber: Fettiges wie Nüsse in Maßen, denn zwar „enthalten sie wertvolle Omega-drei-Fettsäuren“, erklärt Leichsenring, „aber eben auch viel davon“.

Peggy Keim, die Kochkurse für die vhs in Oberasbach, Großhabersdorf und Langenzenn gibt, spürt, dass „die Menschen mehr Interesse an einer gesunden Ernährung haben“. Ihr Kurs „Multitalente Getreide und Gemüse“ etwa, war zuletzt komplett ausgebucht. Sie sagt, neben Gemüsesticks eignen sich auch Zucchini- oder Bananen-Chips wunderbar zum Knabbern. „Ich kenne viele Hausfrauen, die Apfelscheiben im Ofen trocknen“, erzählt die 63-Jährige. Sinnvoll ist es, gleich eine größere Menge vorzubereiten, denn gedörrtes Obst ist besonders lange haltbar.

Apropos Früchte: Ob im ganzen oder püriert als sogenannter „Smoothie“, es schmeckt zweifellos. Aber Vorsicht, Obst enthält viel Zucker. Diätassistentin Leichsenring rät, sich an die Regeln der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu halten: Demnach sind drei Portionen Gemüse und zwei handgroße Portionen Obst pro Tag ideal.

Man sieht den Wandel auch in den Geschäften. Der Fürther Blumenladen „Villa Rosa“ in der Rudolf-Breitscheid-Straße bietet zum Beispiel Salate mit Schafskäse, Obstbecher oder Nüsse für unterwegs an. Jeden Morgen bekommen die Angestellten die „gesunde Post“ von Chef Gerhard Hübschmann geliefert. Auf der Hardhöhe betreibt er einen weiteren Blumenladen sowie einen Obst- und Gemüsehandel.

Auch Supermärkte legen sich zunehmend ein frisches Image zu. Der Obst- und Gemüsebereich Im Edeka-Markt im Hornschuchcenter befindet sich die gut bestückte Salattheke gleich im Eingangsbereich, also nicht zu übersehen – ähnlich ist das auch bei der Konkurrenz: „Jeden morgen schnibbeln die Verkäufer und Verkäuferinnen der Supermarktkette Rewe in der Rudolf-Breitscheid-Straße Ananas, Erdbeeren, Kiwis oder andere Obstsorten in mundgerechte Stücke, die den Kunden gleich beim betreten des Ladens ins Auge fallen. „Wir verkaufen wirklich sehr viel davon“, sagt Elif Üge „vor allem Schüler oder Büroleute greifen zu unserem Obst.“

Am Ende heißt es, abwechslungsreich naschen, gerne mal Schokolade, aber vor allem in Maßen.

Barbara Schalk

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