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Sonntag, 25.08.2019

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Naturschutzbeirat will Trampelpfad nicht asphaltieren

Vorhaben im Fürther Wiesengrund einstimmig abgelehnt - Bauausschuss muss neu beraten - 19.07.2019 11:00 Uhr

Vom Käppnersteg hinter dem Neubau der Feuerwache über das von Bäumen gesäumte Denkmal der Fürther Urkirche bis hinüber zum Heckenweg soll ein Asphaltband durch den teilweise unter Biotopschutz stehenden Wiesengrund gezogen werden, der auch noch im Überschwemmungsgebiet liegt. © Stadt Fürth


Erst im Mai hatte der städtische Bauausschuss nach jahrelangem Tauziehen mit knapper Mehrheit dem Drängen des Seniorenrates nachgegeben und die Asphaltierung des Trampelpfades an der Kapellenruh beschlossen. Doch jetzt formiert sich Widerstand. Einstimmig hat der Fürther Naturschutzbeirat das höchst umstrittene Vorhaben abgelehnt.

Wie Rechtsreferent Mathias Kreitinger im jüngsten Umweltausschuss mitteilte, fließt das Votum in eine Stellungnahme des Umweltamtes ein, über die wieder der Bauausschuss befinden muss. Der Hauptgrund zur Ablehnung war für Naturschutzwächter Herbert Schlicht die Gefahr eines Präzedenzfalls. Als Senior und Mitglied des Naturschutzbeirats kämpfte der frühere CSU-Stadtrat selbst mit einem Interessenkonflikt. Er kennt die Abneigung von Menschen, die schlecht zu Fuß sind, gegen Umwege. Aber er weiß auch, wie viele Trampelpfade es zur Abkürzung bereits im Wiesengrund gibt.

Signalisiere die Stadt einmal grünes Licht für Asphalt, würde sie sich mit dem Ablehnen ähnlicher Anliegen andernorts schwer tun. Zudem zeige die Erfahrung, dass neben asphaltierten Wegen im Handumdrehen neue Trampelpfade entstehen. Und mit dem E-Bike sei der Umweg über den Hecken- und Käppnerweg oder die Kapellenstraße ohnehin kein Problem.

Eine weniger naturfeindliche Befestigung des Trampelpfades mit Mineralbeton, durch den Regenwasser in den Boden sickern kann, scheidet aus, weil das Gelände im Überschwemmungsgebiet liegt und das Material bei Überflutung weggespült werden könnte. Die Überschwemmungsgefahr wird neuerdings durch Biber verschärft, die sich im Scherbsgraben angesiedelt haben.

Jogger und Hundehalter ziehen ohnehin Wiese dem Asphalt vor, wirft Grünen-Stadtrat Kamran Salimi in die Debatte. Für den Asphalt hatten sich im Bauausschuss OB Thomas Jung und Teile der SPD ausgesprochen. Jung gab zu bedenken, dass ein Asphaltweg schmäler sei als der mehrspurige Trampelpfad. Außerdem gebe es ein "Wegebedürfnis". 

Volker Dittmar

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