Freitag, 16.04.2021

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Naturschützer bitten: Lasst eure Gärten noch schlummern!

Der Frühjahrsputz im Grünen sollte vorerst warten, damit schützt man die Tiere - 03.03.2021 11:00 Uhr

Krokusse sprießen derzeit überall aus dem Boden und bieten erste Nahrung für Insekten. Auch Schneeglöckchen, Huflattich und Winterlinge erfüllen diesen Zweck.

02.03.2021 © Foto: Martina Gehret


Denn zum einen ist noch mit Spätfrösten zu rechnen, zum anderen würden bei einem zu frühen Rückschnitt der Pflanzen und beim Entfernen des Laubs alle darin überwinternden Insekten entsorgt.

Mit großer Freude beobachten die Fachleute das Erwachen der Natur. Frühblüher, wie die überall sprießenden Krokusse, sind nicht nur schön anzusehen, sie dienen auch Insekten als erste Nahrungsquelle. Je nach Witterung verlassen Honigbienen, Wildbienen und die ersten Hummelköniginnen im Februar ihr Winterversteck und gehen auf Futtersuche.

Wichtige Quellen für Pollen und Nektar sind neben den Krokussen derzeit Schneeglöckchen, Huflattich und Winterlinge. Auch Sträucher und Bäume wie Haselnuss und Kornelkirsche blühen schon bald und sind bedeutende Futterpflanzen, die nach Ansicht der Naturschützer in keinem Garten fehlen sollten.

Auch die Igel möchten zurzeit noch nicht gestört werden.

12.11.2020 © Rainer Mayer, NNZ


Etwas später kommt ab März mit der Salweide "ein richtiges Superfood für unsere Insekten" dazu, so der BN: An ihr lassen sich 34 pollen- oder nektarsammelnde Wildbienenarten finden.

Mit dem Vorfrühling kommen auch die ersten Zugvögel aus dem Süden zurück und erkunden mögliche Nistplätze. Ältere Bäume mit Baumhöhlen oder dichte Hecken, etwa mit Schlehen, Wildrosen und Weißdorn, bieten ideale Möglichkeiten. Fehlen diese Strukturen, kann man zumindest den Höhlenbrütern mit einem Nistkasten helfen.

Nicht jeder Kasten passt

Doch der BN warnt: Nicht alle Kästen passen, denn jede Vogelart hat andere Ansprüche und bevorzugt bestimmte Formen und Größen der Einfluglöcher. Neben den Standard-Meisenkästen seien spezielle Nisthilfen für Gebäudebrüter, Gartenschläfer oder Fledermäuse sinnvoll. Das schaffe neue Strukturen und fördere die Artenvielfalt in den Gärten.

Wenn die Außentemperaturen um die zehn Grad plus liegen, erwachen zudem die ersten Igel aus dem Winterschlaf. Manche wechseln aber nur das Quartier und ziehen sich noch einmal zurück. Richtig aktiv werden die Igel erst, wenn mehr Insekten und Laufkäfer unterwegs sind. In vielen Regionen schlafen sie deshalb bis Ende April.

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Werden sie durch Gartenarbeiten zum Aufwachen gezwungen, bedeutet das enormen Stress für die Tiere. Um besondere Vorsicht bittet der BN beim Umsetzen des Kompostes, weil die Igel gerade dort gerne überwintern.

Auch aus einem weiteren Grund rät der Bund Naturschutz dazu, mit dem Frühjahrsputz in den rund 20 Millionen deutschen Gärten noch zu warten: Alte Blütenstängel und vertrocknete Gräser schützen das junge Grün vor gefährlichen Spätfrösten.

Und in hohlen Ästen und Stängeln finden sich noch zahlreiche Insekten, die dort Schutz gesucht haben. Besser sei es deshalb, bestimmte Pflanzen individuell zu pflegen und erst ab Mitte März Rückschnitte vorzunehmen.

 

fn

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