Naturschützer pochen auf alte Pläne

5.7.2011, 22:00 Uhr

© Hans-Joachim Winckler

Dennoch läge sie über den Ansätzen, die nach Angaben der Naturschützer vor fünf Jahren für das ehemalige Domizil von Elektronikkonzern-Chef Max Grundig im Gespräch waren. Damals habe das Konzept für die 57000 Quadratmeter große Fläche zwischen Main-Donau-Kanal und Stadtwald etwa 81 Einheiten in Einzel-, Doppel- und sogenannten Stadthäusern beinhaltet. In einem Gespräch mit unserer Zeitung hatte Michael Peter, Chef der Firma P&P und seit kurzem Eigentümer des Geländes, die Zahl vor zwei Wochen hingegen überschlägig auf rund 230 taxiert.

Diese Aussage relativierte Peter am Montag auf Nachfrage der Fürther Nachrichten: Lediglich um eine erste und ganz grobe Kalkulation habe es sich zunächst gehandelt. Heute, zwei Wochen später, gehe sein Unternehmen nur noch von rund 130 Wohneinheiten aus — es könnten sogar noch weniger werden, sagt Peter; die tatsächliche Zahl hänge vom Wohnungsmix ab.

Sorge um den Wald

Wie berichtet, sieht das P&P-Konzept einen Riegel von Mehrfamilienhäusern mit maximal vier Geschossen direkt an der Straße Am Europakanal vor, der auch als Schutz vor dem Lärm der nahen Südwesttangente für dahinterliegende Grundstücke dienen soll. Dort, so Peter, seien „Stadtvillen“ mit maximal neun Wohneinheiten vorgesehen, zum Wald hin sollen dann Doppel- und Einzelhäuser das Bild bestimmen.

Der Bund Naturschutz hatte, allerdings noch ausgehend von den 230 Einheiten, eine „grundlegende Änderung des gesamten Konzepts“ befürchtet und die Frage aufgeworfen „ob jetzt die auf dem Gelände vorhandenen Waldflächen bebaut werden sollen“. Ein derartiger Eingriff aber würde den Beschlüssen aus dem Jahr 2006 zuwiderlaufen, der Fürther Stadtrat wäre erneut gefordert.

Nach Ansicht des städtischen Baureferenten Joachim Krauße wird das allerdings nicht nötig sein. Zwar habe er noch nicht die Zeit gefunden, sich mit den Ende vergangener Woche publik gewordenen BN-Einwänden im Detail zu befassen. Die Stadt bleibe jedoch bei ihrer Haltung, dass keine „wesentliche Planänderung“ vorliege.

Krauße hält unterdessen mit seinem Unmut nicht hinter dem Berg. Immer wieder werde die Kommune „mit einer angeblichen Zahl von einmal geplanten Wohneinheiten“ konfrontiert, die man als „Kampfinstrument“ ins Feld führe; dabei sei diese doch auf Basis von Bebauungsplänen „nur äußerst grob abzuschätzen“. Entscheidend ist für den Referenten, „wie das Baugebiet aussieht“.

 

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