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Dienstag, 23.07.2019

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Neue Heimat in Sicht

St. Paul in Fürth plant einen Gemeindehaus-Neubau - 04.03.2010

Vor der fensterlosen Giebelfront des Altbaus mit dem Pfarrbüro soll das neue Gemeindehaus in die so genannten Pfarrgärten integriert werden. Im Vordergrund die Winklerstraße, rechts die St. Paulskirche © Thomas Scherer


Das ist jedenfalls ein sehnlicher Wunsch von Pfarrer Martin Adel, der nach arbeitsreichen Wochen und Monaten endlich Licht am Horizont sieht. Schon lange benötigt die Kirchengemeinde einen neuen Treffpunkt. Denn ihr bisheriges Gemeindehaus in der Benno Mayer Straße liegt ein ganzes Stück vom Gotteshaus entfernt. Und das bereitet im kirchlichen Alltag manche Umstände.

«Die Konzentration stärkt das Gemeindeleben», weiß Dekan Jörg Sichelstiel, der das Bauvorhaben ausdrücklich begrüßt. Zwar kostet ein Neubau viel Geld, doch liegt der Kirche auch das alte Gemeindezentrum in einer ehemaligen Möbelfabrik schwer auf der Tasche. Für St. Paul allein ist das 1500 Quadratmeter große Martin Luther Heim viel zu groß geworden.

Teurer Unterhalt

«In den 60er Jahren, als jährlich 150 Konfirmanden betreut werden mussten, war es angemessen», sagt Adel. Heute stehen den 6400 Gemeindemitgliedern aber offiziell eigentlich nur 350 Quadratmeter zu. Der teure Unterhalt macht das Gemeindezentrum zunehmend zur Last.

Diverse Lösungen wurden in der Vergangenheit schon diskutiert. Peter Liebers aus dem Stadtplanungsamt erinnert sich an den Vorschlag, einen Teil des vor 110 Jahre geweihten Gotteshauses für nicht sakrale Versammlungzwecke auszubauen. Beispiele dafür gibt es in Nürnberg (Gustav-Adolf-Gedächtniskirche) oder in Berlin–Kreuzberg (Heilig-Kreuz-Kirche). Allein die Fürther Paulskirche erwies sich dafür als ungeeignet.

Aus städtebaulichen Gründen wieder verworfen wurde auch die Idee eines Anbaus an die Kirche. Für ganz neue Dynamik sorgte im vergangenen November dann das Ausweisen eines neuen Sanierungsgebiets an der Fichtenstraße durch die Stadt Fürth. Nun kommen Bauherren in den Genuss steuerlicher Vergünstigungen.

Historische Chance

Nachdem die Kirchengemeinde lange vergeblich nach Käufern ihrer alten Immobilien – dazu gehört auch ein Wohnhaus mit dem Jugendwerk des Dekanats – gesucht hatte, gibt es jetzt endlich Interessenten. «Wir sehen das als eine historische Chance und wollen es anpacken», sagt Adel.

Platz für einen Neubau hat die Gemeinde neben dem Pfarrbüro an der Ecke Winklerstraße, Martin-Luther-Platz. Zwar muss Adel selbst einen Teil seines Privatgartens opfern, doch das Ziel ist es ihm Wert. In einem Architekturwettbewerb soll noch im Sommer eine Lösung gefunden werden. Eine fünfstöckige Bebauung zum Lückenschluss scheidet aus. Landeskirche und Gesamtkirchengemeinde unterstützen das Vorhaben. VOLKER DITTMAR 

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