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Mittwoch, 16.10.2019

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Neue Lichtsteuerung schützt Natur

Sensoren schalten Lampen bei Bewegung an - 19.05.2019 16:00 Uhr

Elektroinstallateur Marco Ambrosius vor einer der dimmbaren LED-Laternen mit dem darunter befestigten Radarsensor zur Regelung der Helligkeit beim Passieren. © Foto: Hans-Joachim Winckler


"Etliche Anrufer haben schon moniert, dass die Lampen am Kapellenweg nicht richtig funktionieren", berichtet infra-Geschäftsführer Marcus Steurer. Dabei ist die Aufregung unbegründet. Denn die Leuchten verändern ihre Helligkeit nach einem ausgeklügelten System.

Der Käppnerweg zwischen Vacher Straße und dem Käppnersteg bei der neuen Feuerwache ist eine ideale Teststrecke. Denn nachts wird er wenig benutzt. Trotzdem strahlten die Lampen dort bis vor einigen Wochen mit unverminderter Helligkeit vom Einbruch der Dunkelheit bis zur Morgendämmerung.

Das irritiert unnötig Insekten und kostet außerdem völlig nutzlos eine Stange Geld. Deshalb steuert die infra dagegen, zunächst versuchsweise. "Adaptive Beleuchtung" heißt das Zauberwort, mit dem der Kommunalversorger das Tor zur ökologischen Lichtregie aufstoßen will.

300 Euro pro Stück

Es ist kein Hexenwerk. Alles, was dafür benötigt wird, sind Radarsensoren. 300 Euro kostet das Stück. "Noch", merkt Elmar Eckl, Leiter der infra-Netzabteilung, an. Denn es würden bereits Straßenlaternen mit integrierten Sensoren entwickelt, die viel billiger seien.

Die Sensoren arbeiten wie Bewegungsmelder und geben ihre Informationen an den nächsten weiter. Sie messen zudem die Geschwindigkeit von Passanten und dimmen die Helligkeit der Laternen herauf. Wird keine Bewegung registriert, strahlen sie nur noch mit 20 Prozent der üblichen Lichtstärke. Für den Artenschutz wird außerdem der aggressive Blauanteil aus dem Lichtspektrum herausgefiltert.

Die Sensoren sind so eingestellt, dass sie nicht auf Objekte reagieren, die kleiner als Menschen sind. So bleibt die Tierwelt von den Lichtspielen verschont. Und bei Radlern, die schneller unterwegs sind, strahlen die Leuchten schneller und weiter im Voraus voll auf - immer angepasst an die jeweilige Geschwindigkeit. Elf Laternen an der Versuchsstrecke hat die infra mit Radarsensoren ausgestattet. Wenn sie sich weiterhin bewähren, sollen bis voraussichtlich 2025 sukzessive alle Fuß- und Radwege in den Fürther Flusstälern mit der neue Technik versehen werden. Spezielle Laternenformen sollen zudem dafür sorgen, dass möglichst wenig unnötiges Streulicht entsteht.

Gute Erfahrungen hat die infra seit etwa fünf Jahren mit dem Umrüsten von Straßenlaternen auf LED-Technik gesammelt. Zu den Pionierstrecken gehört der Fuß- und Radweg zwischen Fürthermare und Waldmannsweiher.

Viel weniger Energie

4800 der 11 100 Straßenlaternen will die infra mit LED-Technik ausstatten. Damit können nach Firmenberechnungen jährlich 800 000 Kilowattstunden Strom gespart werden, was dem Verbrauch von 810 Vier-Personen-Haushalten entspricht.

Kaputt gehen sie, so Eckl, wenn überhaupt, dann in den ersten Betriebsstunden. Von anfangs 50 000 Stunden hat sich die garantierte Betriebszeit von LED inzwischen auf 100 000 Stunden erhöht, was einer Funktionsdauer von etwa 20 Jahren entspricht. Alle Neubaugebiete werden inzwischen mit LED ausgestattet. Den Versorgungsgrad in der Stadt insgesamt schätzt Eckl jedoch nur auf sechs bis acht Prozent.

Volker Dittmar

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