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Neue Mitte: Fitness-Kette Nowsports ist insolvent

Studio belegt eine große Fläche mit Swimming-Pool - Droht dem Komplex eine Lücke? - 05.06.2020 14:00 Uhr

Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Als Glanzstück des Fitnessstudios wurde im März 2017 der Swimmingpool eingeweiht. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Seit Mitte März waren sie geschlossen, ab dem kommenden Montag dürfen Fitnessstudios unter strengen Auflagen wieder aufmachen. Höchst unwahrscheinlich ist allerdings, dass die Mitglieder von Nowsports dann im Obergeschoss der Neuen Mitte Kraft und Ausdauer trainieren können. Das Unternehmen hat nämlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet – und Fürths Neuer Mitte könnte damit eine hässliche Lücke drohen.

Wie es weitergeht, kann aktuell keiner der Beteiligten sagen – weder Vertreter der Stadtverwaltung noch der Neuen Mitte und auch nicht der Insolvenzverwalter. Letzterer, der in Nürnberg ansässige Jochen Zaremba, ließ im Gespräch mit den FN wissen: Er steht in engem Kontakt mit dem Eigentümer der Fitnesskette, einer luxemburgischen Gesellschaft. Entscheidungen erwartet Zaremba jedoch erst im Lauf der kommenden Woche.

Fakt ist: Nach dem vorläufigen Insolvenzverfahren wurde am vergangenen Freitag das reguläre Verfahren eingeleitet. "Der bisherige Betreiber könnte weitermachen, aber auch ein anderer", erklärt Zaremba. Geduld ist wohl nötig: Mitbewerber und potenzielle Nachfolgekandidaten hätten sich bislang äußerst zurückhaltend gezeigt.

Niemand wisse derzeit wegen der Pandemie, wie es in der Branche künftig aussehen könnte. Selbstverständlich bleibe auch Nowsports im Rennen – schließlich kenne das Unternehmen das Studio und dessen Potenzial und habe bereits Mitglieder, die sich ein Nachfolger erst suchen müsste.

Für die FN-Redaktion war bei der luxemburgischen Hubpoint AG, die die Nowsports-Homepage laut Impressum verantwortet, niemand zu erreichen. Die ebenfalls auf dieser Seite angeführte Filiale in Potsdam ist dem Vernehmen nach bereits seit etwa einem halben Jahr selbstständig — und damit weder mit Fürth noch mit der Luxemburger Mutter verbandelt.

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Jochen Zaremba sieht die Gründe für die Insolvenz des Fürther Studios nicht nur in der coronabedingten Schließung. Die Miete für die Fläche in der Neuen Mitte sei "nicht unerheblich", das habe bereits in der Vergangenheit das betriebswirtschaftliche Ergebnis belastet. Auch die Preise für die Mitgliedschaft bewegten sich im höheren Bereich.

Er führe deshalb nicht nur Gespräche mit dem Betreiber oder möglichen anderen Interessenten – auch mit dem Vermieter, der für Fürths Neue Mitte zuständigen Deka Immobilien GmbH, sei er in Kontakt.

"Wir müssen abwarten"

Lutz Bennhardt, Center-Manager der Neuen Mitte, hält sich indes mit Aussagen zurück. Angesichts eines schwebenden Verfahrens habe er keine Hinweise, ob das Studio neu vermietet werden soll. "Der Mietvertrag läuft ja weiter. Wir müssen also abwarten, was sich herauskristallisiert." Allerdings: Während die meisten anderen Geschäfte zumindest eingeschränkt wieder eröffnet haben, kann sich Bennhardt den Betrieb eines Fitnessstudios angesichts der angekündigten behördlichen Auflagen nur schwerlich vorstellen: "Fitness ohne Duschen, wie soll das gehen?"


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Doch wie es auch kommt, als sicher darf gelten, dass die Eigentümer das weitläufige Obergeschoss mit seinen fast 3000 Quadratmetern Fläche und integriertem Pool weiter für Sport und Fitness verwenden möchten. Ein Umbau brächte einen "dramatischen Aufwand" mit sich, sagt Bennhardt – und ist deshalb kaum realistisch.

Das sieht man auch bei der Stadt so, die selbst keinen unmittelbaren Einfluss auf das weitere Verfahren hat. "Uns sind die Hände gebunden", erklärt Fürths Innenstadtbeauftragte Karin Hackbarth-Herrmann. Ein neuerlicher Mieterwechsel – im Herbst 2016 folgte Nowsports auf die damals ebenfalls insolvent gegangene Kette Hard Candy – wäre für sie "sehr bedauerlich".

Armin Leberzammer

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