Sonntag, 25.10.2020

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Neue Ziele gesetzt: Fürth bleibt weiter Fairtrade-Stadt

Im Rathaus und Welthaus freut man sich über die Rezertifizierung - 12.12.2019 06:00 Uhr

Wer vor Weihnachten Geschenke aus fairem Handel sucht, ist hier auf jeden Fall richtig: Das Welthaus in der Gustavstraße 31 ist aber mehr als ein Laden, hier findet auch viel Bildungsarbeit und Vernetzung statt.

© Hans-Joachim Winckler


Der Oberbürgermeister spricht von einem "Herzensanliegen": Fürth bleibt Fairtrade-Stadt. Im Zwei-Jahres-Takt prüft der Verein TransFair mit Sitz in Köln, ob die Voraussetzungen für die Auszeichnung noch erfüllt sind. Die Jury zeigte sich beeindruckt: Die Stadt sei in einem außerordentlichen Maße engagiert.

Wichtige Weichen dafür wurden 2016 und 2017 gestellt. Dazu gehörte, dass das Lim-Haus in der Gustavstraße 31 zum Welthaus wurde, dem ersten der Metropolregion. Der Weltladen zog ein, mit seinem Sortiment und seiner Bildungsarbeit, ebenso wie der gemeinnützige Laden "Farcap" mit seiner fairen Mode. "Von hier aus strahlt das Engagement in die Stadt aus", sagte Rathauschef Thomas Jung beim Pressetermin am Dienstag. Aufklärung und Vernetzung sind wichtige Anliegen der Verantwortlichen, Andreas Schneider und Elke Klemenz. Allein das "Farcap"-Team informiert bei über 50 Veranstaltungen im Jahr über Arbeitsbedingungen in der Textilbranche.


Einkauf ohne Abfall: Fürths Unverpackt-Laden am Start


Die Schaffung des Welthauses sei ein Quantensprung gewesen, Delegationen aus ganz Deutschland sehen sich hier um, lobt auch Philipp Abel, der selbst ebenfalls zu einem Motor des Engagements geworden ist. 2017 hat das Rathaus seine Position eingerichtet: eine 50-Prozent-Stelle, in der er sich um fairen Handel und um Entwicklungspolitik – etwa die Projektpartnerschaft mit der tunesischen Stadt Midoun – kümmert.

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In den vergangenen Jahren sei viel passiert, sagt er. So verstärke die Kommune etwa kontinuierlich die sogenannte nachhaltige Beschaffung, kauft also mehr regionale und fair hergestellte Produkte ein. Damit könne man auch auf hiesige Unternehmen einwirken, sagt Abel. Drei Beispiele: Das Plüschtier, das die Stadt ihren Mitarbeitern zur Geburt eines Babys schenkt, wird inzwischen fair produziert. Die infra setzt auf Monteurskleidung mit dem Siegel der Fair Wear Foundation. Und beim Catering in den Schulen müssen Lebensmittel, die nicht aus Europa kommen, fair gehandelt sein. So kommen regionale Äpfel und Fairtrade-Bananen auf den Speiseplan.

Neue Ziele gesetzt

Unterdessen ist das Helene-Lange-Gymnasium 2018 erste Fürther Fairtrade-School geworden, die Villa Kunterbunt wurde heuer als erste Eine-Welt-Kita in ganz Mittelfranken ausgezeichnet. Die Zahl der Einzelhändler und Gastronomen, die faire Produkte im Sortiment haben, ist gewachsen. Stolz ist Abel auch auf Veranstaltungen wie das Nachhaltigkeitsfestival "Fürth im Übermorgen".

Den Status Quo zu halten, um Fairtrade-Stadt zu bleiben, sei nicht schwer gewesen, sagt er. "Aber das ist nicht unser Anspruch, wir wollen das Thema vertiefen." Man habe sich neue Ziele gesetzt, vieles sei ausbaufähig. Der Metropolmarathon etwa soll nachhaltiger werden.

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Als Fürth im Februar 2016 den Titel bekam, war man die 396. "Fairtrade-Town" in Deutschland – heute gibt es mehr als 660. Wie steht Fürth im Vergleich da? Manche, etwa Darmstadt hätten dank einer größeren Stadtverwaltung viel mehr Möglichkeiten, sagt Abel. "Aber mit unseren Mitteln schaffen wir extrem viel."

Apropos Mittel: Manches, was er sich für 2019 vorgenommen hatte, konnte wegen seines knappen Zeitbudgets nicht umgesetzt werden, berichtete Abel jüngst schon im Umweltausschuss. Mehr Stunden für diese wichtige Stelle – das würde sich neben Abel auch Elke Klemenz wünschen.

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