Nachfolger für Christian Schmidt

Neuer CSU-Direktkandidat: Klares Votum für Tobias Winkler

26.6.2021, 09:45 Uhr
„Ich sage, was ich tue, und ich tue, was ich sage“: Tobias Winkler bei seiner Bewerbungsrede in Puschendorf.

„Ich sage, was ich tue, und ich tue, was ich sage“: Tobias Winkler bei seiner Bewerbungsrede in Puschendorf. © Foto: Armin Leberzammer

In seinem vielleicht künftigen Wahlkreis ist Tobias Winkler noch recht unbekannt. Und auch unter vielen der 125 Delegierten der CSU, die ihn in der Halle der Puschendorfer Diakonie als Direktkandidat nominieren sollten, hat sich der 43-Jährige noch nicht wirklich einen Namen gemacht. 20 Minuten freie Rede reichten ihm dann schließlich, um gute 92,7 Prozent der Stimmen zu holen.


Ersatz für Christian Schmidt: CSU zaubert Direktkandidaten aus dem Hut


Fünf Wochen ist es her, da wurde Christian Schmidt von denselben Delegierten nominiert, um bei der Wahl am 26. September ein neuntes Mal als Direktkandidat für den Bundestag anzutreten. Jetzt kommt aber alles anders. Schmidt, ausgewiesener Außen- und Sicherheitspolitiker, übernimmt den Posten des Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft für Bosnien-Herzegowina.

Eine spannende neue Aufgabe sei das, "von der ich nicht mehr geglaubt habe, dass sie noch kommt", erklärte der 63-Jährige, "und ich weiß nicht, auf welches Abenteuer ich mich da einlasse." Sein Mandat, das er seit 1990 ununterbrochen als Direktkandidat der CSU gewonnen hatte, wollte er wegen der künftigen Aufgaben auf dem Balkan nun nicht mehr fortführen.

So kommt mit Tobias Winkler aus Roßtal eine neue Generation zum Zug – vorerst als Kandidat, doch mit besten Aussichten auf einen Sitz im Parlament, denn der Wahlkreis 243 mit Stadt und Landkreis Fürth sowie dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist für die Christsozialen seit Jahrzehnten eine sichere Bank.

Vorgeschlagen von den drei Kreisvorsitzenden, die ihn als "äußerst kompetent" (Hans Herold) und "heimatverbundenen Europaexperten" (Matthias Dießl) priesen, trat Winkler dann am Donnerstagabend ohne Gegenkandidaten vor die Delegierten in Puschendorf.

Zwei ganz große "Bestseller"

Noch etwas hölzern begann er aus Kindheit und Jugend in Roßtal zu berichten, von Erfolgen als Handballer und Leichtathlet, später als Vereinsfunktionär. Doch er nutzte seine Chance, das Vertrauen der Delegierten zu gewinnen. Ob der Verweis auf seine Familie oder auf seine Erfahrung in der Europapolitik – "Schließlich gibt es keinen einzigen Bundestagsausschuss, in dem Europa keine Rolle spielt" – die Zuhörerinnen und Zuhörer mehr überzeugten, bleibt offen.

Als ein Mensch, der anderen zuhöre, verspreche er nicht allen alles. "Aber ich sage, was ich tue, und ich tue, was ich sage." Er kenne seine Grenzen, betonte Winkler, und mit Blick auf seine Vorgänger Werner Dollinger und Christian Schmidt sei ihm bewusst, dass er zwei ganz große "Bestseller" beerben wolle.

Die Delegierten mögen ihn deshalb bitte auch nicht mit dem Schmidt des Jahres 2021, sondern mit jenem von 1990 vergleichen. Im anstehenden Wahlkampf wolle er "Lust und Freude am Gestalten und am Suchen nach Lösungen" vermitteln, "denn so können wir auch bei jungen Wählern wieder punkten."

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