Donnerstag, 21.11.2019

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Neuer Nachhaltigkeitsbeirat unterstützt die Stadt Fürth

Das Gremium soll das Rathaus in Sachen Ressourcen, Umwelt und Klima beraten - 23.10.2019 06:00 Uhr

Impulse für Nachhaltigkeit gibt es bereits, wie etwa die kommunale Förderung von Lastenrädern. Mehr Projekte sollen folgen. © Hans-Joachim Winckler


Andernorts, wie etwa in Augsburg und Freiburg, sollen die bereits vor längerem installierten Nachhaltigkeitsbeiräte zu einer "lebhaften Diskussion" und zur Entwicklung von entsprechenden Projekten beigetragen haben. Das jedenfalls haben die Recherchen der Fürther Stadtverwaltung ergeben.

Ein breites Spektrum von Fachleuten aus den Bereichen Umwelt, Soziales, Wirtschaft und Kultur wird sich deshalb künftig auch hier in einem Nachhaltigkeitsbeirat um Impulse kümmern. Zusätzlich ist je ein Vertreter der drei Stadtratsfraktionen mit von der Partie – allerdings ebenso wie der Vorsitzende, der städtische Umweltreferent, ohne Stimmrecht.

Erwünscht sei es, "die gesellschaftliche Entwicklung durch eigene Initiativen zu unterstützen", heißt es im Konzept. Wo nötig, soll das zwei- bis dreimal pro Jahr öffentlich tagende Gremium den Finger in die Wunde legen, "auf die Belastungsgrenzen unserer Erde" hinweisen und "eine fundierte Wissensbasis für politische Entscheidungsprozesse" schaffen.

In seiner Beratung des Stadtrats sei der Beirat zwar unabhängig, er hat allerdings keine Entscheidungsbefugnis. Ähnlich wie andere Gremien – etwa der Seniorenrat, der Behindertenrat oder der Arbeitnehmerbeirat und der Naturschutzbeirat – bleibt ihm allein unterstützende oder auch mahnende Wirkung.

Hat der Vorstoß also doch eher Feigenblattfunktion in Zeiten der Klimadebatte; kommt er dem Rathaus gar angesichts nahender Wahlen zupass? Nein, beteuert Oberbürgermeister Thomas Jung auf FN-Nachfrage, es handle sich keineswegs um Kalkül. Das Vorhaben sei ernst gemeint und ernst zu nehmen, die Anregung komme aus Kreisen von Natur- und Klimaschützern. Der Beirat soll beim drängendsten Thema unserer Zeit "ein Bindeglied zwischen Bürgerschaft und Stadtrat" sein.

"Engagierte Leute"

Jung ist überzeugt: Schon die vorgeschlagene Besetzung des Gremiums werde verhindern, dass nur heiße Luft dabei herauskommt. "Das sind engagierte Leute, die lassen sich bestimmt nicht als Feigenblatt missbrauchen."

Tatsächlich finden sich auf der Liste, über die der Stadtrat diesen Mittwoch (15 Uhr) berät, kritikfreudige Geister – wie etwa der örtliche BN-Chef Reinhard Scheuerlein, Andreas Sauter, zugleich aktiv in der Radler-Lobby VCD und im Verein "Fuß", darüber hinaus Vertreter der Jugendaktion "Protestgarten" und der Klima-Aktivisten "Families for Future". Die Stadt wünscht sich ausdrücklich "einen offenen Dialog" und "eine experimentierfreudige Haltung". Betont wird im Konzept: "Rein theoretische Diskussionen über die Dimensionen der Nachhaltigkeit sollten vermieden werden."

Dass praktisches Handeln mehr denn je nötig ist, dass die Stadtverwaltung "eingefahrene Wege" verlassen muss – auch der klimapolitisch zunehmend sensibilisierte OB lässt keine Zweifel daran aufkommen. Es habe sich in der öffentlichen Wahrnehmung "doch alles völlig geändert", glaubt Jung. Und nennt als kleines, aber bezeichnendes Beispiel das Straßenbegleitgrün.

Habe es früher Beschwerden gehagelt, wenn nicht ordentlich gemäht war, so sei heute "genau das Gegenteil" der Fall: Die Leute beklagen sich, wenn man die für Bienen und Insekten wertvollen Gewächse beseitigt.

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