Neues Rotwildgehege: Tiere werden zutraulicher

8.1.2019, 12:00 Uhr
Vier Wochen nach dem Einzug eines Rotwildrudels in das Gehege im Fürther Stadtwald bekommen Besucher beim Blick durch den Zaun auch immer öfter etwas zu sehen.

Vier Wochen nach dem Einzug eines Rotwildrudels in das Gehege im Fürther Stadtwald bekommen Besucher beim Blick durch den Zaun auch immer öfter etwas zu sehen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Der Rothirsch, die sechs Muttertiere und vier Kälber, sagte der Stadtförster nun auf Nachfrage, hätten ihre anfängliche Zurückhaltung abgelegt. Bei der Eröffnung des zwei Hektar großen umzäunten Areals nahe der Bauschuttdeponie Mitte Dezember waren die Tiere noch sehr kamerascheu. Inzwischen flüchten sie nicht mehr gleich ins Unterholz, wenn sich Menschen nähern. Besucher können ihnen beim Äsen zusehen. Richtig zutraulich wurden die Tiere zuletzt sogar, als Straußberger selbst und Jäger, die im Stadtwald jagen dürfen, im Gehege nach dem Rechten sahen. "Die fressen uns inzwischen Äpfel oder Getreide aus der Hand."

Bei dem Rudel, das 280 Jahre, nachdem der letzte freilebende Hirsch im Stadtwald geschossen wurde, hier ein Zuhause gefunden hat, handelt es sich um Rotwild. Diese Tierart ist stattlicher als das besser bekannte Rehwild und freilebend in Mittelfranken gar nicht anzutreffen. Ein Rothirsch kann bis zu zehn mal schwerer werden als ein Rehbock. Und während ein ausgewachsenes Reh um die 20 Kilo wiegt, bringt eine Hirschkuh 100 Kilo auf die Waage.

Besucher bittet Straußberger ausdrücklich darum, die Tiere nicht zu füttern, bis es am Gehege einen Futterautomaten gibt, dem man ein artgerechtes Angebot entnehmen kann. Der Automat wird voraussichtlich im Frühjahr aufgestellt. Spätestens bis zum Sommer soll auch der Wald-Wild-Erlebnispfad eingerichtet werden.

Sieht man davon ab, dass sich die vielbefahrene B 8 in der Nähe befindet, scheint das Rudel in einem kleinen Paradies gelandet zu sein. Der Betreiber des Wildparks bei Passau, wo die Tiere zuvor beheimatet waren, hat laut Straußberger geschwärmt, die Fürther Anlage sei wunderbar. Und sie habe in der Tat einiges zu bieten: Wiese, Wald und, bedingt durch die Hanglage, Schutz bei Wind und Sturm. Es gibt eine Suhle und eine Quelle, die frisches Trinkwasser spendet. An einer Futterhütte können sich die Tiere selbst bedienen und beispielsweise Heu aus der Raufe fressen.

Familien, die einen Ausflug zum Rotwild machen, können ihr Auto an der Regelsbacher Brücke (über die B 8) abstellen. Von dort sind es zwei Kilometer zum Rotwildgehege, das nur etwa 300 Meter vom Felsenkeller und um die zwei Kilometer vom Wildschweinareal entfernt ist. Gleich beim Rotwildgehege hat die Stadtförsterei die ehemalige Rodelbahn entbuscht. Falls genug Schnee fällt, lässt sich eine Rodelpartie also mit einem Rudelbesuch verbinden.

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