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Neues Wohnquartier in Langenzenn stößt auf Skepsis

Die Pläne eines Projektentwicklers für den Süden der Stadt überzeugen den Stadtrat nicht - 21.04.2021 15:45 Uhr

Auf das stattliche Areal südlich der Zollnerstraße hat der Projektentwickler ein Auge geworfen. Bisher wird das Gelände von Landwirten beackert. Die Kommunalpolitik zeigt sich äußerst zurückhaltend, was das noch völlig ungewisse Bauvorhaben mit 228 Wohneinheiten angeht.

18.04.2021 © Hans Peter Reitzner


Christoph F. Schöppner, nach Recherchen der Fürther Nachrichten der Geschäftsführer der Victus Real Estate GmbH in Veitsbronn und zuvor in verschiedenen Firmen im Immobiliensektor unterwegs, hat bereits ganz konkrete Vorstellungen. Sein Plan, an die Wand des Sitzungssaals des Stadtrats geworfen, zeigt südlich der im Norden bereits bebauten Zollnerstraße ein ganzes Neubau-Quartier.

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34 Einfamilienhäuser, 64 Wohneinheiten in Doppelhaushälften, 22 Einheiten in Reihenhäusern, 108 Apartments in Geschosswohnungsbau, zum Teil auch sozial gefördert, sollen auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Areal in die Höhe wachsen – alles in allem 228 Wohneinheiten. Hinzu kommen würden eine Kindertagesstätte und ein Nahversorgungsmarkt.

Schöppner, der sich vor über zwei Monaten von sich aus im Rathaus gemeldet hatte, ist nach eigenen Angaben als Projektentwickler in der gesamten Bundesrepublik, in Österreich und der Schweiz tätig. Der Bedarf speziell seitens junger Familien, sich in solchen Neubauvierteln einen Traum zu erfüllen und sich niederzulassen, sei enorm, sagt er. Das zeige sich auch in Siegelsdorf, Cadolzburg oder Fürth.

"Was macht eine junge Familie, die die Wahl hat, einen teuren Altbau in der Innenstadt ohne Garten zu kaufen, oder zum gleichen oder sogar billigeren Preis einen Neubau mit Garten und in sicherer Umgebung zu bekommen?", fragte Schöppner die Stadträte rhetorisch.

Wohnbau kontra Landwirtschaft

Das Echo der Stadträte scholl prompt – und negativ – zurück. Das Gelände an der Zollnerstraße sei an Landwirte verpachtet, rekapitulierte Margit Ritter von den Grünen. Während die Alt- und Innenstadt veröde, sei eine große Bebauung draußen auf der grünen Wiese nicht angebracht, "weil wir das eigentlich nicht brauchen". Die Infrastruktur sei ohnehin nicht da.

n der Tat war vor längerer Zeit in einer Absichtserklärung im Rathaus von höchstens 158 neu hochzuziehenden Wohneinheiten an der Zollnerstraße die Rede gewesen, hieß es. Und eine Energie-Stromleitung, die an der Südseite der Straße verläuft, müsste zurückgebaut werden; das nehme mindestens zwei Jahre in Anspruch, so der Investor..


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Auch Anni Schlager (CSU) machte sich für die Belange der Bauern stark. Schöppner habe sich als moderner, umsichtiger Investor dargestellt, aber Schlager hakte nach: "Haben Sie auch an die ökologischen Flächen gedacht? Müssen die Landwirte wieder bluten?"

Als Schöppner erwiderte: "Ökoausgleich muss sein, auch andernorts", warf Schlager ihm an den Kopf: "Also sind Sie auch nicht anders als die anderen. Jeder will ein Stück Natur, bis wir keine mehr haben." Und Margit Ritter pflichtete bei: "Ich warte auf einen Investor, der mal mit viel Fantasie eine Bebauung entwirft und vorstellt."

"Wir brauchen Wohngebiete"

Bürgermeister Jürgen Habel (CSU) versuchte zu beruhigen. Nicht der Investor entscheide, ob die Stadt so einen Plan wolle, sondern der Stadtrat. Und so weit sei man noch lange nicht. Allerdings brauche die Zennstadt Wohngebiete - in der Altstadt, aber auch an der Peripherie.

Investor Schöppner schien nach der Debatte eher skeptisch: "Am Ende des Tages entscheide ich, ob ich für eine Stadt, die mit mir auf die Reise geht, eine Stange Geld ausgebe für ein solches Projekt."

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