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Samstag, 24.08.2019

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Nichtschwimmerbecken im Bibertbad: Da tut sich was

Werkleitung hat Berechnung der möglichen Betriebskosten in Auftrag gegeben - 05.08.2019 21:00 Uhr

So lässt es sich beim Kirchweihzug auch in der größten Hitze aushalten. Mit einem Wagen machten die Zirndorfer DLRG und ihre Unterstützer schon 2017 auf ihren dringenden Wunsch aufmerksam: Das Bibertbad braucht ein Nichtschwimmerbecken. © Foto: Gerda Laerum


  In Auftrag gegeben hat das Ganze Timo Schäfer, der Werkleiter des Bibertbades. Wie wiederholt berichtet, hat der Stadtrat in seinen Etatberatungen im April 50 000 Euro für Planungskosten zur Verfügung gestellt. Ziel der nun bestellten Berechnungen sei, die Betriebskosten für zwei der vier derzeit im Raum stehenden Varianten zu ermitteln, erklärte Timo Schäfer auf Nachfrage der Fürther Nachrichten.

Die Modelle für das Projekt im  Freibad reichten dabei vom ins Sportbecken integrierte Nichtschwimmer– übers einfache Edelstahlbecken und das Naturbad bis zum höhenversetzten Kaskadenbecken. Die in Auftrag gegebene Berechnung decke aber die Betriebskosten aller Alternativen ab.

Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, in der die Baukosten überschlägig berechnet wurden, liegt dem Werkleiter zufolge seit Oktober 2018 vor. Entscheidend seien für ihn allerdings die Betriebskosten, die langfristig ins Kontor gehen, denn: "Mehr Wasserfläche, das kostet mehr Aufwand, ergo auch mehr Personal." Mit der neuen Kalkulation soll den städtischen Entscheidungsträgern noch heuer eine Beschlussgrundlage für das Nichtschwimmerbecken vorliegen.

Zeitgleich hat die Werkleitung den Auftrag, zu prüfen, ob und in welchem Umfang der Bau eines Nichtschwimmerbeckens vom Freistaat im Rahmen des neu aufgelegten Sonderprogramms für kommunale Schwimmbäder gefördert würde. Dessen Richtlinien sind zwischenzeitlich veröffentlicht. Demnach, so erläuterte Bürgermeister Thomas Zwingel, seien nur Becken förderfähig, die sich für Schwimmunterricht eignen und mehr als 60 Zentimeter Wassertiefe haben. Zwingel meldete Skepsis an: "Wir wollen ein Nichtschwimmerbecken bauen, wie die Richtlinien da auszulegen sind, bleibt spannend."

Die Skepsis hält Walter Schäfer, Grünen-Stadtrat und stellvertretender Vorsitzender des Anfang 2018 gegründeten Fördervereins für den Neubau eines Nichtschwimmerbeckens, für unbegründet. Der Verein favorisiere eine "ganz einfache Variante ohne Schnickschnack", die die städtische Machbarkeitsstudie gar nicht berücksichtigte: Auf einer Fläche von 20 auf 30 Metern soll am Ursprungsstandort ein Becken entstehen, dessen Wassertiefe von 30 Zentimetern gleichmäßig auf 1,35 Meter abfällt. Erklärtes Ziel des Vereins ist "ein Wasserbereich zum Erlernen des Schwimmens". Kostenpunkt: 1,2 Millionen Euro.

Im Fachjargon werde diese Art von Becken explizit als Lehrschwimmbecken bezeichnet, in dem Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter ans Wasser gewöhnt werden und schwimmen lernen könnten, so Walter Schäfer. Zudem könnte das Becken auch als Ersatzneubau für das 2003 mit dem Hallenbad-Neubau aufgelassene Nichtschwimmerbecken eingestuft werden. Schließlich sei das noch vorhanden, nur zugeschüttet. Und Ersatzbauten seien ebenfalls förderfähig, meint er.

Auf diesen Passus der Förderrichtlinien setzen auch die Wilhermsdorfer Pläne für einen Ersatz-Neubau des dortigen Hallenfreibades in Kombination mit einem Schulgebäude. 

Sabine Dietz

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