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Nichtschwimmerbecken im Bibertbad: Stadtrat muss warten

Wann gibt es entscheidungsreife Konzepte? Das wollten die Grünen wissen - 17.02.2020 11:00 Uhr

Sollen Zirndorfer weniger Eintritt für das Bibertbad zahlen? Auch diesen Punkt thematisierten die Grünen im Bäderausschuss. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Das machte Werkleiter Timo Schäfer auf eine Anfrage der Grünen im Bäderausschuss deutlich. Trotz beharrlicher Nachfragen von Stadtrat Walter Schäfer, der Vorstandsmitglied im Förderverein für das Nichtschwimmerbecken und Bürgermeisterkandidat der Grünen ist, wollte sich Schäfer nicht auf einen Zeitpunkt festlegen.

Bedauern äußerte er im Gespräch mit den Fürther Nachrichten darüber, "dass das Thema nun im Wahlkampf gelandet ist". CSU-Bürgermeisterkandidat Bernd Klaski wirbt mit dem Versprechen um Wählerstimmen, bis 2024 ein Nichtschwimmerbecken zu realisieren. Was ihm prompt die Replik von SPD-Seite einbrachte, dass "in einer Demokratie immer noch die Mehrheit entscheidet".

Im Ausschuss lieferte Timo Schäfer einen groben Überblick, wie weit die Vorbereitungen für eine "solide Entscheidungsgrundlage" des Stadtrates gediehen sind. Bekanntlich liegt seit Oktober 2018 eine Machbarkeitsstudie zu vier Varianten eines Außenbeckens vor. Auch deren Folgekosten sind ermittelt. Zwischenzeitlich hat der Werkleiter Gutachten zu überdachten, und damit ganzjährig nutzbaren Varianten eingeholt. Aktuell steht Schäfer in Kontakt mit mehreren Banken und der Regierung von Mittelfranken als Zuschussgeber. Am schwierigsten gestalte sich derzeit, "Licht ins Dunkel" möglicher Fördertöpfe zu bringen.

Einmal mehr aufgeworfen haben die Grünen mit ihrer Anfrage auch das Thema differenzierter Preise für Ortsansässige und Auswärtige. Bezug nahmen Walter Schäfer und Elke Eder (FW) auf den Preiskatalog des Veitsbades: Veitsbronn gewährt auf Zehner- und Dauerkarten günstigere Preise für Ortsansässige.

"Dann brauchen wir eine Ausweis-Pflicht"

Wie Veitsbronns Bürgermeister Marco Kistner (CSU) auf FN-Nachfrage bestätigte, ist diese seit über 15 Jahren gängige Praxis seit 2017 von der Kommunalaufsicht legitimiert: Damals habe es Beschwerden nicht Ortsansässiger über den Nachlass gegeben. Worauf Veitsbronn bescheinigt wurde, dass das Freibad als gemeindliche Einrichtung die örtliche Gemeinschaft stärke, was den Rabatt rechtfertige. Höhere Preise für Auswärtige widersprechen nach Ansicht von Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel jedoch dem Gleichbehandlungsgrundsatz.

Auch Schäfer wollte sich der Nutzen unterschiedlicher Preise nicht erschließen. Er meldete Zweifel an, dass ein Nachlass für Ortsansässige mehr Zirndorfer ins Bad locken könnte. "Und wie sollten wir das organisatorisch lösen"?, fragte er. "Dann brauchen wir eine Ausweispflicht beim Bad-Besuch", wandte Zwingel ein. Hinter dem Bibertbad liege "ein sehr erfolgreiches Jahr, die Umsätze sind überproportional gestiegen, auch in puncto Eintrittstarife ist Ruhe eingekehrt", meinte Timo Schäfer. Er bat eindringlich, den Konflikt um die Kostenbeteiligung Nicht-Zirndorfer "auf politischer Ebene und nicht auf dem Rücken des Bibertbades zu lösen".

Sabine Dietz

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